RE:Silius

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
korrigiert  
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Band III A,1 (1927), Sp. 6870
Linkvorlage für WP   
* {{RE|III A,1|68|70|Silius|[[REAutor]]|RE:Silius}}        

Silius. Diese Familie schwang sich unter Augustus am Ende des letzten vorchristlichen Jahrhunderts zu hohem Ansehen empor. Daß sie (wohl seit Augustus) dem Patriziate angehörte, erwähnen Tac. ann. XI l2 und Iuv. X 331 (vgl. Heiter De patr. gentibus 54). Ihre Nobilität hebt Tacitus a. a. O. hervor, ebenso das ihr zustehende ius imaginum. Die Raschheit ihres Aufschwungs gibt sich auch in den zu immer vornehmeren Familien durch Heirat gewonnenen Beziehungen kund. Während der im Kriege gegen die Alpenvölker siegreiche und zum Triumphe [69] zugelassene P. Silius Nerva (Nr. 21) noch die Tochter eines Praetoriers zur Frau nahm, erweiterten sich die Familienbeziehungen bereits in der nächsten Generation durch Verschwägerung mit den Sosii (Sosia Galla), später mit den Iunii (Iunia Silana).

Durch Adoption ging ein Mitglied dieser Familie in die der Licinier über. Mit dieser Gens haben die Silii das Kognomen Nerva gemeinsam, Schulze Röm. Eigennamen 363. Mit Ausnahme der drei diesen Beinamen führenden Silii, von denen der eine der Sohn des durch Adoption Ausgeschiedenen ist, und des einen, der wohl auf Grund einer Erbschaft seinem Namen noch A. Caecina Largus hinzufügte, werden sie nur mit zwei Namen oder mit dem Gentilicium [70] allein genannt, sogar noch in der sonst in der Namengebung schon ziemlich weitgehenden Zeit des Kaisers Claudius (s. Nr. 4). Die Familie gab der römischen Magistratur fünf Consules ordinarii und zwei Suffekt- bezw. designierte Consuln. Ihren Platz in der Geschichte hat sie sich erworben durch die Erfolge des Consuls des J. 20 v. Chr., P. Silius Nerva (Nr. 21), der den ersten Anstoß zur Einbeziehung Noricums in das römische Reichsgefüge gab. Die enge Beziehung der Familie zum Hofe der Iulier und Claudier wird ihr nicht zum Segen. Ihre letzten Sprossen gingen an der Sittenlosigkeit des Kaiserhofes zugrunde.

Der Stammbaum scheint sich folgendermaßen darzustellen:

P. Silius ?
P. Silius Nerva P. f. n., Consul 20 v. Chr. ∞ Coponia
P. Silius
Consul 3 n. Chr.
|
A. Licinius Nerva Silianus
Consul 7 n. Chr.
|
C. Silius A. Caecina Largus
Consul 13 n. Chr.
∞ Sosia Galla

P. Silius Nerva
Consul 28 n. Chr.
A. Licinius Nerva Silianus
(Silius Nerva)
Consul 65 n. Chr.

C. Silius und’ andere Kinder
Consul design. 47/48 n. Chr.
∞ Iunia Silana
[Nagl.]