RE:Theophilos 17

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
fertig  
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Band V A,2 (1934), Sp. [V_A,2 2149]
Theophilos von Alexandria in der Wikipedia
GND: 118756915
Theophilos von Alexandria in Wikidata
Linkvorlage für WP   
* {{RE|V A,2|2149||Theophilos 17|[[REAutor]]|RE:Theophilos 17}}        

17) T. von Antiochien. Bischof, nach Euseb. hist. eccl. IV 20 (368, 9 Schwartz) der Sechste, lebte in der zweiten Hälfte des 1. Jhdts. n. Chr. Er muß noch nach 180 schriftstellerisch tätig gewesen sein, da er des Marc Aurel gedenkt (ad Autol. III 27). Während der Zeit des Commodus wird er gestorben sein, da er ihn in seinen chronologischen Ausführungen nicht erwähnt. Über seine Lebensgeschichte ist nichts bekannt. Er scheint sich immer in Antiochien aufgehalten zu haben. Aus II 24 darf man nicht schließen, daß er nicht weit von Euphrat und Tigris geboren wurde (gemeint ist vielmehr Antiochia, wo er zur Zeit der Abfassung der Schrift lebt). Eusebios nennt an Schriften von ihm: a) τρία πρὸς Ἀὐτόλυκον στοιχειώδη συγγράμματα (378, 23 Schwartz) (erhalten in Cod. Marc. gr. 496 s. XI; alle anderen Hss. sind von dieser abhängig), eine Apologie, die kaum selbständige Gedanken hinsichtlich Disposition und Inhalt aufweist, letzte Ausgabe von Otto Corpus Apologetarum VIII. Vgl. Geffcken Zwei Apologeten 250. b) πρὸς τὴν αἵρεσιν Ἑρμογένους, nicht erhalten. c) κατηχητικὰ βιβλία, nicht erhalten. d) κατὰ Μαρκίωνος, nichts erhalten. Loofs suchte in seinem Buche: Theophilus von Antiochien adversus Marcionem und die anderen theologischen Quellen bei Irenaeus (Texte und Untersuchungen 46, 2) zu beweisen, daß T. von Irenaeus benutzt worden sei. Jedoch ist gerade dieser Teil des wichtigen Buches nicht restlos überzeugend. Hieronymus kannte noch unter dem Namen des T. umlaufende Kommentare zu den Evangelien und zu den Proverbien; Hieronymus hielt beide nicht für echt. Den Evangelienkommentar, den de la Bigne lateinisch herausgab, hat Harnack gegen Zahn als unecht erwiesen (Texte u. Untersuchungen I 4). Literatur: Harnack Gesch. d. altchristl. Lit. I 496. II 319. Bardenhewer Gesch. d. altchristl. Lit. I² 302.