RE:tinθu(n)

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band VI A,2 (1937), Sp. [VI_A,2 1406]
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tinϑu(n), etruskisch für Τιθωνός. Der Name ist auf zwei Spiegelbildern überliefert, auf denen Eos und Tithonos als Liebespaar erscheinen. Etr. Sp. Taf. 290 (IV 22) = CII 2513 bis (Museo Archeologico, Florenz), dazu Körte Etr. Sp. V 35, 3: In der Mitte ϑesan (Eos) und tinϑun, links die Lasa mit Hammer (?), rechts der bärtige memrun (Memnon). Vgl. den Art. ϑesan. Taf. 232 = CII 2506 (Berl. Mus.): Eos, hier evan genannt, und tinϑu; links sitzend ϑeϑis, rechts ein stehender Jüngling, mit unsicher gelesener Beischrift, die die Deutung auf Achill unwahrscheinlich macht; vgl. Gerhard Etr. Sp. III S. 217. Körte a. O. 35, 4. Pauli Myth. Lex. V 971f.

Sprachlich ist die Abweichung von der griechischen Form von Bedeutung. Gegen W. Schulze Eigennamen 209 und Kretschmer Glotta XIV 309, 2 scheint mir der etruskische Nasal ursprünglich und nicht infingiert. Über die Gründe, die für vorgriechisches tin- oder tinϑ- bei diesem Namen sprechen, vgl. Fiesel 5. Beih. z. KZ 59ff. und Art. tinia nr. 4. S. auch Bugge Verhältnis der Etr. 29ff. Pauli a. O.