Respekt! Es kommt der Jubilar

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Friedrich Emil Rittershaus
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Respekt! Es kommt der Jubilar
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 43, S. 713
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1884
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[713]
Die Gartenlaube (1884) b 713.jpg

Respekt! es kommt der Jubilar der Wein von vier und achtzig von Emil Rittershaus
Randzeichnung von Ernst Röber in Düsseldorf.

Ich war zu Gast beim Herrn Pastor
Zur Zeit der Rebenblüthe.
Er hob das Auge fromm empor
Und pries des Himmels Güte:

5
„Die Nüsse, sie gerathen gut.

Nichts schmeckt so schön zum Neuen!
Der Herrgott will mit Traubenblut,
Mit echtem, uns erfreuen,
Mit Wein, wie vier und dreißig war!

10
Die Rebe zeigt in Pracht sich,

Ist mit Gescheinen dicht besteckt. –
Respect, Respect! Respect, Respect!
Respect! Es kommt der Jubilar,
Der Wein von vier und achtzig!

15
Als ich der Jahre dreißig sah,“

Hat der Pastor gesprochen,
„Wie mancher Flasche hab’ ich da
Vergnügt den Hals gebrochen!“
Ein Glanz wie rothes Abendgold

20
Lag auf des Würd’gen Mienen,

Und eine Thräne niederrollt’
Wie Perlen auf Rubinen.
„Kein Lächeln, Bursch! In jenem Jahr
Kam’s wie man’s kaum gedacht sich,

25
Doch Zeichen hab’ ich jetzt entdeckt –

Respect, Respect! Respect, Respect!
Respect! Es kommt der Jubilar,
Der Wein von vier und achtzig!

Da hatt’ man auch noch großes Maß –

30
Und doch, ihr jungen Leute,

An unsrem Vater Rheine saß
Man nicht so froh wie heute!
Allüberall ein Schlagbaum stand.
Ein schwarz-roth-goldnes Bändchen

35
Trug heimlich man. Kein Vaterland

Gab’s, nur noch Vaterländchen!
Verspottet von der Fremden Schaar,
Raunt nur in’s Ohr man sacht sich:
Ob keiner wohl den Michel weckt? –

40
Respect, Respect! Respect, Respect!

Respect! Es kommt der Jubilar,
Der wein von vier und achtzig!“

Beim Vierunddreißiger sprach’s zu mir
Ein Greis von achtzig Jahren. –

45
Nun grüßen wir den Besten hier

Von allen Jubilaren.
Am deutschen Rhein der edle Wein
Im Reich, dem einigen, freien,
Am deutschen Rhein, Franzosenrein,

50
Soll er uns wohl gedeihen!

Dran lab’ man noch nach manchem Jahr
Am Tag und auch bei Nacht sich,
Und sing’, wenn er wie Nektar schmeckt:
Respect, Respect! Respect, Respect!

55
Respect! Es kommt der Jubilar,

Der Wein von vier und achtzig!