Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen: Trattlau

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Textdaten
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Autor: o. A.
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Titel: Trattlau
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aus: Markgrafenthum Oberlausitz, in: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Band 3, Seite 91
Herausgeber: Gustav Adolf Poenicke
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Erscheinungsdatum: o. J. (1854–1861)
Verlag: Expedition des Albums Sächsischer Rittergüter und Schlösser
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Commons und SLUB Dresden
Kurzbeschreibung: Beschreibung von Rittergut und Dorf Trattlau (heute Kostrzyna)
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Trattlau


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Trattlau.


Das altschriftsässige Rittergut Trattlau liegt in dem lausitzer Kreise und der Zittauer Amtshauptmannschaft, nahe der böhmischen Grenze (an die gräflich Clam-Gallas'sche Herrschaft Friedland stossend) und mit seinen Fluren unmittelbar auch an der preussischen; einige zu dem Rittergute gehörende Wiesen liegen sogar auf dem Gebiete Preussens.

Vor der Theilung Sachsens im Jahre 1815, gehörte Trattlau zu dem Hauptkreise Görlitz.

Trattlau ist von Görlitz in der Richtung gegen Süden 4 Stunden entfernt, von Ostritz, unter dessen Gericht es gehört. 1 Stunde, und eben so weit Seydenberg. Es liegt an der Chaussee, welche die beiden letztgenannten Städte mit einander verbindet.

Trattlau hat 41 Häuser, mit etwa 300 Einwohnern; unter diesen sind 3 Bauergüter, 12 Gärtnernahrungen und die Uebrigen Häusler.

Der Hof des Rittergutes wird geschmückt mit einem schönen Schlosse, das von 1756 bis 1757 der damalige Besitzer, Herr von Uechtritz, erbauen liess, und welches mit einem grossen, im Geschmacke jener Zeit angelegten Garten umgeben ist. Die Lage von Trattlau, 831 Pariser Fuss über dem Meere, ist wunderschön; ja, man darf sagen, dass es nächst der von Gröditz in der ganzen Lausitz keine schönere giebt. Die Aussicht, besonders nach dem Lausitzer Mittelgebirge, ist reizend.

Trattlau besitzt keine eigene Kirche, sondern[WS 1] ist nach dem preussischen Dorfe Nieda eingepfarrt, wohin auch die Kinder zur Schule gehen. Die Collatur über Kirche und Schule zu Nieda übt Trattlau mit Wanscha und Wilka gemeinschaftlich.

Trattlau scheint in frühester Zeit eben so wie die sämmtlichen Güter in seiner nächsten Umgebung zu einer der Herrschaften Friedland, Leidenberg oder Reibersdorf gehört zu haben. Demnach theilt es wahrscheinlich deren älteste Geschichte. Die erste schriftliche Nachricht, die sich von Trattlau findet, ist ein noch vorhandener Kaufbrief über das Gut Trawtelau, vom Jahre 1410, an Niclas Grafen von Donye (Dohna); den Dohnas aber gehörten zu jener Zeit die oben genannten Herrschaften.

In der Mitte des 15. Jahrhunderts gehörte Trattlau denen von Gersdorf aus dem Hause Tauchritz. Von diesen scheint es an die Familie Pentzig gekommen zu sein, der die Nachbargüter Wanscha, Wilka, Bohra, Nieder-Rudelsdorf etc. gehörten. Nach dem Ableben des Hans von Pentzig theilten im Jahre 1622 dessen Söhne Adam, Ludwig, Carl, Rudolph und Christoph, die väterlichen Güter unter sich, und Trattlau fiel dabei durch das Loos dem Christoph von Pentzig zu. Nach dem Ableben des letzten von Pentzig aus dem Hause Trattlau wurde dieses von den Kyau's aus dem Hause Hainewalde erkauft.[1]

Von den Kyau's kam Trattlau im Jahre 1740 oder 1745 durch Heirath an den Besitzer von Gephardtsdorf, den Herrn von Uechtritz, und aus dessen Nachlass an den Oberlandshauptmann Johann Wilhelm Traugott von Schönberg auf Luze, Solm, Commerau etc. Dessen Tochter war vermählt mit dem Grossvater des gegenwärtigen Besitzers, dem Herrn Ludwig Eckart von Götz, und dieser kaufte es im Jahre 1795 seinem Schwiegervater ab. Nach seinem Ableben im Jahre 1815 war Trattlau in dem gemeinschaftlichen Besitze seiner 3 Söhne Hermann, Otto (Vater des jetzigen Besitzers) und Ferdinand von Götz.

Der älteste dieser 3 Brüder starb am 3. Februar 1843 und als am 10. August 1855 auch der zweite Bruder, Stiftsverweser des Familienstiftes Joachimstein, gestorben war, trat dessen Wittwe, Frau Theila von Götz, geborne von Gersdorf, in den Besitz. Als diese Dame zur Stiftshofmeisterin des ebenerwähnten Familienstifts gewählt worden war, gelangte Trattlau am 1. Juli 1856 durch Kauf an seinen jetzigen Besitzer, den Herrn Maximilian von Götz, der für gewöhnlich seinen Wohnsitz auf seinem reizenden Gute hat.


  1. Vergleiche den Artikel Giesmannsdorf in dem 7. Hefte dieses Kreises.




Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: sodern