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lutherischer Lehre“ (Stuttgart 1853) und „Etliche Gewissensfragen hinsichtlich der Lehre von Kirche, Kirchenamt und Kirchenregiment“ (Stuttgart 1862) hat er kirchliche Zeitfragen in wesentlichem Anschluss an Höfling und völliger Übereinstimmung mit Harnack behandelt. „Die Ehescheidungsfrage. Eine erneute Untersuchung der neutestamentlichen Schriftstellen“ (Stuttgart 1861) ist eine sehr gründliche, biblisch-kirchliche Erörterung der Sache, welche die rechte Mitte zwischen Extremen einhält. Seine große Vertrautheit mit Luthers Werken zeigt die in gebundener Rede verfasste Schrift: „Aus Luthers Lehrweisheit“ (München 1867). Auch sonst ist Harleß als Dichter aufgetreten: „Aus dem Leben in Lied und Spruch“ (Stuttgart 1865); die pseudonym erschienene Dichtung: „Göthe im Fegefeuer“ (1856) ist ebenfalls von ihm. Das Werk: „Geschichtsbilder aus der lutherischen Kirche Livlands vom Jare 1845 an“ (Leipzig 1869), die kirchlichen Bedrängnisse dieser schildernd, fand die günstigste Aufnahme; noch in demselben Jare wurde eine zweite Auflage nötig. Die Schrift: „Staat und Kirche oder: Irrthum und Warheit in den Vorstellungen von „„christlichem““ Staat und von „„freier““ Kirche“ (Leipzig 1870) ist wol das Beste, was in prinzipieller Rechtfertigung des Landeskirchentums geschrieben worden ist. Äußerst wertvoll sind endlich Harleß’ Abhandlungen in den Sammelschriften: „Das Verhältnis des Christenthums zu Kultur- und Lebensfragen der Gegenwart“ (1. Aufl., Erlangen 1863; 2. Aufl. 1866), und „Die kirchlich-religiöse Bedeutung der reinen Lehre von den Gnadenmitteln“ (Erlangen 1869). Dort tritt uns seine theologische Freiheit und echt menschliche Vielseitigkeit, hier die tiefe Gesundheit seiner christlichen Anschauung im glänzendsten Licht entgegen. Hier finden sich die gewichtvollen Abhandlungen über „die Lehre von den Gnadenmitteln im allgemeinen“ und „die Bedeutung des heiligen Abendmales für das Heilsbedürfnis der Christen“. Letztere beginnt mit den Worten: „in allen Verhältnissen des menschlichen Lebens ist für den klaren Blick nichts misslicher, als dessen Blendung durch falsche Ideale“. Den Preis unter dem vielen Trefflichen dort geben wir der Abhandlung über Christentum und Dichtkunst, nach ihr den Erörterungen über Christentum und Politik. Die erste Abhandlung zeigt

Empfohlene Zitierweise:
Adolf von Stählin: Löhe, Thomasius, Harleß. J. C. Hinrichs’sche Buchhandlung, Leipzig 1887, Seite 134. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Adolf_von_St%C3%A4hlin_-_L%C3%B6he,_Thomasius,_Harle%C3%9F.pdf/148&oldid=3212265 (Version vom 31.7.2018)