Seite:Adolf von Stählin - Predigt über Evang. Lucä 21,33.pdf/14

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bis an der Welt Ende. Wohl wurden, nachdem die Wahrheit den Bann der Geister und Herzen gelöst, auch andere Bande los und andere Kräfte entbunden. Aber siehe, gerade auf der Schwelle der Zeit, da Zweifel, Abfall, Unglaube über die Länder der Christenheit herein brachen, da man anfing, Gottes Wort zu meistern und den ungenäheten Rock der heiligen Schrift zu zertheilen, hat der Geist des Herrn jenes große Werk begonnen, das wir bis zu dieser Stunde treiben. Am 1. März d. J. waren es gerade 150 Jahre, da ein treuer Sohn unserer lutherischen Kirche, Carl Hildebrand Freiherr von Canstein zu Berlin mit einer kleinen Schrift hervortrat, seinem „ohnmaßgebenden Vorschlag, wie Gottes Wort den Armen zur Erbauung um einen geringen Preis in die Hände zu bringen sei“ und damit den Grundstein legte zu der ersten Anstalt, die ausschließlich dem Zweck der Verbreitung heiliger Schriften gewidmet war. Und am Anfang dieses Jahrhunderts, in welchem wie noch nie in der Weltgeschichte offenbar werden sollte die Hinfälligkeit aller Größe dieser Erden, sollte auch die unvergängliche Herrlichkeit des göttlichen Wortes aufleuchten wie nie zuvor: am 7. März des Jahres 1804 wurde in England unter dem Segensspruch von so manchem edlen Zeugen der Wahrheit der Riesenbaum gepflanzt, der seinen Schatten über den ganzen Erdboden verbreiten sollte, die große britisch-ausländische Bibelgesellschaft gegründet, von der die Bibel in 150 neuen Sprachen bereits unter die Völker der Erde ausgegangen ist. Wahrlich das sind Wunderzeichen von der unvergänglichen Herrlichkeit der heiligen Schrift und für sie von Gottes Hand selber aufgerichtet für alle, die sehen wollen, mag auch daneben der Widerspruch all seine Macht entfalten und das Maas ihrer Mißhandlung und Lästerung voll werden. Auch unser Verein mag uns ein solch göttliches Gnadenzeichen sein, daß unser Eifer für Gottes Wort wachse und unser Bekenntniß zu ihm stark und fest werde. Im Lichte der Herrlichkeit, die wir vor Augen schauen, wollen wir selber wandeln und wirken,