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und ist gegenwärtig der größte der Gegend von Zwickau. Man begann ihn im Mai 1849 abzusenken, und fand bei 83 Lachter Tiefe das erste 6 Fuß 6 Zoll mächtige Pechkohlenflötz, mit 99 Lachtern kam man auf das 8 Fuß 5 Zoll mächtige Rußkohlenflötz und mit 128 Lachter wurde das zweite Pechkohlenflötz von 12 Fuß Mächtigkeit erreicht. Dieser Schacht kam am 16. Juli 1849 in Betrieb.

Der dritte Schacht, der Vertrauensschacht, befindet sich ebenfalls in Schedewitz, dicht an Zwickaus Vorstadt und der Schneeberger Chaussee. Er ist gegenwärtig noch in seiner Vollendung begriffen und man hofft daselbst Mitte 1858 das erste Kohlenflötz zu erreichen. Dieser mit ungeheurem Kostenaufwand ausgeführte Schacht wird nicht nur die umfangreichste derartige Anlage werden, sondern auch nach seiner Vollendung als Musteranstalt in seiner Art dastehen. Unterirdisch wird er mit dem Hoffnungsschacht communiciren.

Der Hoffnungsschacht hat an Gebäuden:

ein Maschinen- und Kesselgebäude mit zwei Dampfessen;
ein Huthaus;
ein Expeditionsgebäude;
einen Materialenschuppen;
zwei Ladeschuppen;
einen Pferdestall für die Kohlenfuhrleute;
eine Schmiede;
ein Zimmerhaus;
ein Kohlenwaschhaus mit Bassin;
sechsundzwanzig Koksöfen und
einen Koksschuppen.

Der Segen-Gottes-Schacht hat eine gleiche Zahl von Gebäuden, aber nur vierundzwanzig Koksöfen.

Der Vertrauensschacht hat außer einigen provisorischen Gebäuden erst

ein Maschinen- und Kesselhaus.

An Maschinen besitzt der Hoffnungsschacht

eine Wasserhaltungs-Dampfmaschine von 140 Pferdekraft;
eine Förder-Dampfmaschine von 20 Pferdekraft und
eine Dampfpumpe.

Der Segen-Gottes-Schacht hat

eine Wasserhaltungs-Dampfmaschine von 50 Pferdekraft;
eine Förder-Dampfmaschine von 17⅔ Pferdekraft und
eine Dampfpumpe.

Der Vertrauensschacht wird erhalten

eine Wasserhaltungs-Dampfmaschine von 140 Pferdekraft;
zwei Förder-Dampfmaschinen à 25 Pferdekraft;
eine Fahrmaschine von 50 Pferdekraft und
zwei Dampfpumpen.

Diese Werke beschäftigen fortwährend 619 Leute, und zwar:

sechszehn technische Beamte und Officianten bis incl. Steiger;
neun kaufmännische Beamten und Rechnungspersonal;
zweihundertundacht Arbeiter bei der Gewinnung;

Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 1. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 211. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_1.pdf/219&oldid=- (Version vom 9.3.2019)