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In den verschiedenen Werkstätten des Etablissements sind drei Dampfmaschinen von zusammen neunzig Pferdekräften thätig.

Die Direktion des Etablissements führt Herr Richard Grahl und das Personal besteht aus dem Hüttenmeister Herrn Fischer, 3 Comptoiristen, 3 Maschinisten und bei gutem Geschäftsgange circa 140 Fabrikarbeitern.

In Wien, Prag, Berlin, Hamburg u.s.w. unterhält die Fabrik Agenturen.

Besitzer dieses rüstig aufstrebenden Etablissements sind die Herren

Gustav Klette, Oberlieutenant außer Dienst,
Otto Seebe, Besitzer des bekannten Speditions- und Wechselgeschäfts Joh. Carl Seebe in Dresden und
Eduard Trautschold, Oberhüttenmeister der Gräflich Einsiedelschen Werke, Ritter mehrerer Orden.

Die Fabrik ist noch sehr jung, da sie erst im Jahre 1856 gegründet wurde. Veranlassung dazu gab Herr Oberhüttenmeister Trautschold, welcher die beiden anderen Genannten für seine Idee gewann, worauf das betreffende Grundstück erworben und die Gebäude im Jahre 1856 errichtet wurden.

Die Sächsische Gußstahlfabrik ist das einzige derartige Etablissement in Sachsen und deren Leistungen dürfen in Beziehung auf die Qualität der Erzeugnisse denen von Krupp jedenfalls an die Seite gesetzt werden, so daß Sachsen durch diese Fabrik in seinen großen Gußstahlbedürfnissen für Eisenbahnen und Maschinenbauanstalten u.s.w. vollständig vom Auslande unabhängig sein kann, wenn deren Kräfte und Leistungen entsprechend benützt werden.

Auch in der Preisstellung kann die Sächsische Gußstahlfabrik durch Benutzung inländischen Rohmaterials vollständig mit dem Auslande concurriren.

Seit seinem kurzen Bestehen hat dieses Etablissement schon mehrfache Erweiterungen erfahren und eine größere Ausdehnung, namentlich durch Erbauung von Puddelöfen und Einrichtung eines Walzwerks für Kesselbleche dürfte in nicht zu langer Zeit erfolgen.




Die Mühlenwerke von Moritz Gaitzsch
und
die Drathnagelfabrik von Gebrüder Wapler in Groß-Bauchlitz bei Döbeln.


Die Gebäude dieses Etablissements, im Besitz des Herrn Moritz Gaitzsch, liegen in dem Dorf Groß-Bauchlitz, in der freundlichen von der Freiberger Mulde eine halbe Stunde unterhalb Döbeln gebildeten, von der Chemnitz-Riesaer Eisenbahn durchschnittenen Aue, in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Döbeln.

Der Gebäudecomplex besteht aus

einem 110 Ellen langen und 22 Ellen tiefen Hauptgebäude, worin Mahlmüllerei und Drathnagelfabrikation betrieben werden, und außerdem zur Wohnung dient;
einem auf der gegenüber liegenden Seite des Mühlgrabens gelegenen Gebäude, in dem


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Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 2. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 108. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_2.pdf/114&oldid=- (Version vom 9.3.2019)