Seite:Album der Sächsischen Industrie Band 2.pdf/319

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Außerdem erhielt das Etablissement im Jahre 1856 eine Ehrenmedaille von dem Dresdner Gewerbverein.

Zum Betrieb der mechanischen Weberei u.s.w. ist eine Dampfmaschine von sechs Pferdekraft aufgestellt.

Die Zahl der hier beschäftigten Arbeiter ist bedeutend, doch läßt sich dieselbe genau nicht angeben, da außer dem im geschlossenen Etablissement selbst arbeitenden Personal noch in Großröhrsdorf selbst, wie auch in Ohorn und Obersteina eine Menge Hände für dieses Etablissement thätig sind, deren Zahl, wie überall, nach Maßgabe des mehr oder minder lebhaften Geschäftsverkehrs steigt oder fällt.

Herr Johann Gottfried Schöne, geboren im Jahre 1801, gründete im Jahre 1826 dieses Etablissement. Er begann mit nur zwei Webestühlen für Drathband, zu denen 1830 noch zwei Stühle für hohle Lampendochte kamen. Herr Schöne hatte sich indessen durch seine Leistungen bereits bemerkbar gemacht und demzufolge wurde ihm am 31. Januar 1832 auf Veranlassung des letztverstorbenen Königs Friedrich August die erste Jaquardmaschine in Dresden übergeben und in seine Behausung gebracht; doch erst 1834 ließ sich die Anwendung dieser Maschine ermöglichen. Da auch gleichzeitig die bis dahin jedem freieren Aufschwung der Industrie Sachsens so hinderlichen preußischen Zollschranken fielen, so wurde dieses der erste Impuls zu der jetzigen Fabrik. Von Tag zu Tage hob und erweiterte sich das Geschäft und schon nach Verlauf einiger Jahre machten sich Erweiterungen der Baulichkeiten nöthig; so wurde denn im Jahre 1837 der Grundstein des Hauptgebäudes gelegt, im Jahre 1850 aber der zum Gebäude B. Fünf Jahre später (1855) erfolgte die Einrichtung der Dampfkraft für Appretur und Färberei, sowie zum Versuch der Bandweberei auf mechanischem Wege.

Im Jahre 1856 kaufte Herr Schöne zwei mechanische Bandwebestühle in England, die ersten in Sachsen, weshalb er auch die steuerfreie Einfuhr derselben genoß. Diese dienten nachher als Modelle, nach denen die weiteren mechanischen Stühle gebaut wurden. Um den Bedarf der Fabrik an Maschinen überhaupt jeder Zeit genügend zu decken, kaufte Herr Schöne im Jahre 1859 in Neuschönfeld bei Leipzig eine Maschinenbauanstalt, die seit 1860 mit einer Eisengießerei verbunden unter der Firma: Schöne und Großer fortgeführt wird.




Die Faßfabrik von Gustav Schauer in Döbeln.


Die Faßfabrik von Gustav Schauer in Döbeln zählt unbedingt in ihrer Branche zu den renommirtesten Etablissements Deutschlands, welches schon die nach allen Richtungen Deutschlands und des Auslandes ausgeführten oft sehr großartigen Aufträge hinlänglich beweisen.

Klein, sehr klein war der Anfang dieses sich jetzt so großen und wegen der Vorzüglichkeit seiner Leistungen auch eines wohlverdienten Rufes erfreuenden Etablissements und es verdankt allein der Thätigkeit, Umsicht und der strengen Solidität seines Gründers, des Herrn Gustav Schauer seine jetzige hohe Blüthe.

Herr Gustav Schauer ist in einem kleinen Dorfe der Umgegend Döbelns geboren und war vom Hause aus ganz mittellos; er widmete sich der Böttcherei, und nachdem er als Geselle mehrere Jahre auf der Wanderschaft gewesen, etablirte er sich 1850 in Döbeln, welches damals bei einer Einwohnerzahl von nicht ganz achttausend Einwohnern bereits vierzehn Böttchermeister hatte; also stand für den nun


Empfohlene Zitierweise:
Diverse: Album der Sächsischen Industrie Band 2. Louis Oeser, Neusalza 1856, Seite 313. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Album_der_S%C3%A4chsischen_Industrie_Band_2.pdf/319&oldid=- (Version vom 11.5.2019)