Seite:Aus dem Leben eines Taugenichts und das Marmorbild.djvu/210

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Da komm’ ich durch’s Dorf geschritten,

50
Fernher durch den Abend kühl,

Stell’ mich in des Kreises Mitten,
Grüß’ und zieh’ mein Geigenspiel.

Und wie ich den Bogen schwenke,
Ziehn die Klänge in der Rund’

55
Allen recht durch die Gelenke

Bis zum tiefsten Herzensgrund.

Und nun geht’s ans Gläserklingen,
An ein Walzen um und um,
Je mehr ich streich’, jemehr sie springen

60
Keiner frägt erst lang: warum? –


Jeder will dem Geiger reichen
Nun sein Scherflein auf die Hand –
Da vergeht ihm gleich sein Streichen,
Und fort ist der Musikant.

65
Und sie seh’n ihn fröhlich steigen

Nach den Waldeshöh’n hinaus,
Hören ihn von fern noch geigen,
Und gehn All’ vergnügt nach Haus.

Doch in Waldes grünen Hallen

70
Rast’ ich dann noch manche Stund’,

Nur die fernen Nachtigallen
Schlagen tief aus nächt’gem Grund.