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Wir seegeln durch die Räume,
Ich zeig’ Dir Meer und Land,
Wie wunderbare Träume

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Tief unten ausgespannt.


Hellblinkend zu den Füßen
Unzähl’ger Ströme Lauf –
Es steigt ein Frühlingsgrüßen
Verhallend zu uns auf.

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Und bunt und immer wilder

In Liebe, Haß und Lust
Verwirren sich die Bilder –
Was schwindelt Dir die Brust?

So fröhlich tief im Herzen,

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Zieh’ ich all’ himmelwärts,

Es kommen selbst die Schmerzen
Melodisch an das Herz.

Der Sänger zwingt mit Klängen
Was störrig, dumpf und wild,

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Es spiegelt in Gesängen

Die Welt sich göttlich mild.

Und unten nun verbrauset
Des breiten Lebens Strom,
Der Adler einsam hauset

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Im stillen Himmelsdom. –
Empfohlene Zitierweise:
Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts und das Marmorbild. Vereinsbuchhandlung, Berlin 1826, Seite 222. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_dem_Leben_eines_Taugenichts_und_das_Marmorbild.djvu/226&oldid=- (Version vom 31.7.2018)