Seite:Aus dem Leben eines Taugenichts und das Marmorbild.djvu/227

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Und seh’n wir dann den Abend
Verhallen und verblühn,
Im Meere, kühlelabend,
Die heil’gen Sterne glühn:

45
So lenken wir hernieder

Zu Waldes grünem Haus,
Und ruh’n vom Schwung der Lieder
Auf blüh’ndem Moose aus.

O Sterndurchwebtes Düstern,

50
O heimlichstiller Grund!

O süßes Liebesflüstern
So innig Mund an Mund!

Die Nachtigallen locken,
Mein Liebchen athmet lind,

55
Mit Schleier zart und Locken

Spielt buhlerisch der Wind.

Und schlaf’ denn bis zum Morgen
So sanft gelehnt an mich!
Süß sind der Liebe Sorgen,

60
Dein Liebster wacht für Dich.


Ich halt’ die blüh’nden Glieder,
Vor süßen Schauern bang,
Ich laß’ Dich ja nicht wieder
Mein ganzes Leben lang! –

Empfohlene Zitierweise:
Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts und das Marmorbild. Vereinsbuchhandlung, Berlin 1826, Seite 223. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_dem_Leben_eines_Taugenichts_und_das_Marmorbild.djvu/227&oldid=- (Version vom 31.7.2018)