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Da hast Du, Falscher, mich verlassen

Und Blumen, Lust und Frühlingsschein,
Die ganze Welt sah ich erblassen,
Ach Gott, wie bin ich nun allein!

Wohl Jahrlang sah ich von den Höhen

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Und grüßte Dich vieltausendmal,

Und unten sah ich Viele gehen,
Doch Du erschienst nicht in dem Thal.
Und mancher Lenz mit bunten Scherzen
Kam und verflog im luft’gen Lauf,

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Doch ach! in dem betrognen Herzen

Geht niemals mehr der Frühling auf.

Ein Kränzlein trag’ ich nun im Haare,
In reichen Kleidern schön geschmückt,
Führt mich ein andrer zum Altare,

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Die Aeltern sind so hoch beglückt.

Und fröhlich kann ich mich wohl zeigen,
Die Sonne hell wie damals scheint,
Und vor dem Jauchzen und dem Geigen
Hört Keiner, wie die Braut still weint.

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Die Frühlingslieder neu beginnen –

Du kehrst nach manchem Jahr’ zurück,
Und stehest still, Dich zu besinnen,
Wie auf ein längstvergangnes Glück.
Doch wüstverwachsen liegt der Garten,

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Das Haus steht lange still und leer,

Kein Lieb’ will Dein am Fenster warten,
Und Dich und mich kennt Niemand mehr.

Empfohlene Zitierweise:
Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts und das Marmorbild. Vereinsbuchhandlung, Berlin 1826, Seite 226. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_dem_Leben_eines_Taugenichts_und_das_Marmorbild.djvu/230&oldid=- (Version vom 31.7.2018)