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Doch eine Lerche siehst Du steigen
Vom Thal zum blauen Himmelsport,

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Ein Bächlein rauschet da so eigen,

Als weinte es in einem fort.
Dort haben sie mich hingetragen,
Bedeckten mir mit Stein den Mund –
Nun kann ich Dir nicht einmal sagen,

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Wie ich Dich liebt’ aus Herzensgrund.


Das zerbrochene Ringlein.

In einem kühlen Grunde
Da geht ein Mühlenrad,
Mein’ Liebste ist verschwunden,
Die dort gewohnet hat.

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Sie hat mir Treu versprochen,

Gab mir ein’n Ring dabei,
Sie hat die Treu gebrochen,
Mein Ringlein sprang entzwei.

Ich möcht’ als Spielmann reisen

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Weit in die Welt hinaus,

Und singen meine Weisen,
Und gehn von Haus zu Haus.

Ich möcht’ als Reiter fliegen
Wohl in die blut’ge Schlacht,

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Um stille Feuer liegen

Im Feld bey dunkler Nacht.

Empfohlene Zitierweise:
Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts und das Marmorbild. Vereinsbuchhandlung, Berlin 1826, Seite 227. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_dem_Leben_eines_Taugenichts_und_das_Marmorbild.djvu/231&oldid=- (Version vom 31.7.2018)