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Mit Freuden mußt’ er sehen
Im Wald’ ein’ grüne Au,
Wo Brünnlein kühle gehen,

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Von Blumen roth und blau.


Vom Roß ist er gesprungen,
Legt sich zum kühlen Bach,
Die Wellen lieblich klungen,
Das ganze Herz zog nach.

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So grüne war der Rasen,

Es rauschte Bach und Baum,
Sein Roß thät stille grasen
Und alles wie ein Traum.

Die Wolken sah er gehen,

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Die schifften immer zu,

Er konnt’ nicht widerstehen, –
Die Augen sanken ihm zu.

Nun hört’ er Stimmen rinnen,
Als wie der Liebsten Gruß,

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Er konnt’ sich nicht besinnen –

Bis ihn erweckt ein Kuß.

Wie prächtig glänzt die Aue!
Wie Gold der Quell nun floß,
Und einer süßen Fraue

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Lag er im weichen Schooß.
Empfohlene Zitierweise:
Joseph von Eichendorff: Aus dem Leben eines Taugenichts und das Marmorbild. Vereinsbuchhandlung, Berlin 1826, Seite 264. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Aus_dem_Leben_eines_Taugenichts_und_das_Marmorbild.djvu/268&oldid=- (Version vom 31.7.2018)