Seite:Bartolomé de Las Casas-Die Verheerung Westindiens 1790.pdf/51

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Sie wollten hiermit so viel sagen: Weiber morden sey eine Greuelthat, die nur von den hartherzigsten, verruchtesten Unmenschen verübt werden könne.

Zehn bis funfzehn Meilen von Panama lebte ein vornehmer Herr, der sich Paris nannte, und sehr viel Gold besaß. Die Christen begaben sich zu ihm; er empfing sie wie seine leiblichen Brüder, und überreichte ihrem Anführer von freien Stücken für funfzig tausend Castlilaner an Werth. Als der Befehlshaber und die übrigen Christen wahrnahmen, daß er ihnen eine so große Menge Goldes gutwillig gab, so kamen sie auf den Gedanken, er müsse einen sehr großen Schatz besitzen; und hierauf war bei allen Unternehmungen ihr Heil und ihr Trost gegründet. Sie verstellten sich demnach, und thaten als wenn sie wieder abreisen wollten; des andern Morgens aber gegen vier Uhr kamen sie zurück, überfielen die sichern Einwohner des Ortes, zündeten ihn an, erschlugen und verbrannten eine Menge Menschen, und raubten noch über funfzig- bis sechzigtausend Castilianer an Werth. Der Cazique aber machte sich davon, daß sie ihn weder tödteten noch gefangen

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Bartolomé de Las Casas: Die Verheerung Westindiens. Christian Friedrich Himburg, Berlin 1790, Seite 51. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bartolom%C3%A9_de_Las_Casas-Die_Verheerung_Westindiens_1790.pdf/51&oldid=- (Version vom 31.7.2018)