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that, ohne zu ahnen, daß ich Dich dadurch um Deine Ruhe bringen würde.“

„So sprich doch keinen Unsinn, Konrad – meine Ruhe ist nicht so leicht zu untergraben. Tilling? was ist das für eine Familie? – ich höre den Namen zum erstenmale.“

„Aha, Du gibst nicht nach … Ist das ein Glücksmensch! Ich habe mich durch volle drei Monate, mit Aufwand aller meiner Bezauberungskräfte, in Deine Gunst einzuschleichen versucht – vergebens. Und dieser kalte Oberstlieutenant – denn er ist kalt und fühllos, laß Dir das gesagt sein – kam, sah und siegte. – Was ‚Tilling‘ für eine Familie sei, fragtest Du? Ich glaube preußischen Ursprungs – doch war schon sein Vater in österreichische Dienste getreten – seine Mutter ist auch Preußin – Du mußt seinen norddeutschen Accent bemerkt haben.“

„Ja, er spricht ein wunderschönes Deutsch.“

„Natürlich – alles ist wunderschön an ihm.“ Althaus stand auf. „Jetzt habe ich gerade genug. Erlaube, daß ich Dich Deinen Träumen überlasse; ich will versuchen, mich mit Damen zu unterhalten welche“

„Dich wunderschön finden. Solche giebt es wohl genug.“

Ich verließ den Ball zu früher Stunde. Meine Schwestern konnten unter dem Schutze Tante Maries noch bleiben und mich hielt nichts zurück. Die Lust am Tanzen war mir vergangen, ich fühlte mich ermüdet und sehnte mich nach Einsamkeit. Warum? … Doch

Empfohlene Zitierweise:
Bertha von Suttner: Die Waffen nieder!. Dresden/Leipzig: E. Pierson’s Verlag, 1899, Band 1, Seite 82. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bertha_von_Suttner_%E2%80%93_Die_Waffen_nieder!_(Band_1).djvu/087&oldid=- (Version vom 31.7.2018)