Seite:Bertha von Suttner – Die Waffen nieder! (Band 2).djvu/322

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einen längeren Frieden verbürgten, daß der Dreibund –

Damit war das allgemeine Gespräch wieder glücklich auf das politische Gebiet gebracht und Minister Andererseits ergriff das Wort.

„In der That (Lori Griesbach hing an seinem Munde), es liegt zu Tage: die Wehrtüchtigkeit, welche wir erreicht haben, ist etwas Großartiges und dürfte alle Friedensbrecher abschrecken. Das Landsturmgesetz, welches alle tauglichen Staatsbürger vom 19. bis 42., die einstigen Offiziere sogar bis zum 60 – Lebensjahre zum Kriegsdienst verpflichtet, erlaubt uns, beim ersten Aufgebot allein 4 800 000 Soldaten aufzustellen. Andererseits läßt sich nicht leugnen, daß das wachsende Mehrerfordernis, welches von der Heeresverwaltung in Anspruch genommen wird, schwer auf der Bevölkerung lastet, und daß die zur ausgiebigen Schlagfertigkeit des Reiches erforderlichen Maßnahmen im umgekehrten Verhältnis zur Frage der Regelung der Finanzlage stehen; es ist aber andererseits erhebend, mit welchem opferfreudigen Patriotismus die Volksvertreter stets und allerorts die von dem Kriegsministerium geforderte Mehrbelastung bewilligen; sie erkennen die von allen einsichtigen Politikern zugegebene, durch die Wehrhaftigkeitsentfaltung der Nachbarstaaten und durch die politische Situation bedingte Notwendigkeit, alle anderen Rücksichten dem eisernen Zwang der militärischen Kräftigung unterzuordnen.“

„Der leibhaftige Leitartikel!“ bemerkte Jemand halblaut.

Empfohlene Zitierweise:
Bertha von Suttner: Die Waffen nieder!. E. Pierson’s Verlag, Dresden/Leipzig 1899, Band 2, Seite 317. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bertha_von_Suttner_%E2%80%93_Die_Waffen_nieder!_(Band_2).djvu/322&oldid=- (Version vom 31.7.2018)