Seite:Bibliopolisches Jahrbuch 1841.pdf/90

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
3) Mehrfach zusammengesetzte Wörter sind des leichteren Ueberblickes wegen von einander zu trennen und mit einem Bindestriche zu versehen: Oberlandesgerichts-Assessor, Hofkriegsraths-Vicepräsident. Dasselbe ist zu beachten, wenn das erste Wort mit einem Selbstlauter endigt und das folgende mit einem solchen anfängt, was meist bei ausländischen und in deren Zusammensetzung mit deutschen Wörtern vorkommt: Armee-Etat, Entre-Act, Garantie-Erklärung, Lotterie-Einnehmer, Orkney-Inseln, Polizei-Inspector, Rhode-Island, Viermächte-Allianz u. s. w.
4)[WS 1] Es ist darauf zu sehen, dass nicht zusammengegossene ff und fl, (in der Frakturschrift auch ll[WS 2]) da gebraucht werden, wo diese Buchstaben in zusammengesetzten Wörtern getrennt stehen müssen, wie in: Aufforderung (nicht Aufforderung), Auflodern, Hofleben (nicht Auflodern, Hofleben), Edelleute (nicht Edelleute) u. s. w.
5) Bei abbreviirten Wörtern, wenn sie nicht besonders lang und vielsylbig sind, ist die Theilung ganz zu vermeiden.

Was endlich die persönlichen und intellectuellen Erfordernisse als nothwendige Bedingungen für einen guten Corrector betrifft, so sind folgende noch anzuführen:

1) ein gutes Auge und eine zu anhaltender Aufmerksamkeit und Ausdauer geneigte natürliche Anlage;
2) genaue Kenntniss der Muttersprache, deren Satzbau, Orthographie und Interpunction. Ueber die beiden letztere Zweige der Sprachkunde ist es besonders nothwendig, nach guten Mustern sich feste Regeln zu bilden, um bei Werken, wo dem Corrector in diesem Punkte freie Hand gelassen ist – und das ist meist der Fall – eine sichere Norm zu haben. Wo hingegen der Verfasser eines Werkes selbst Vorschriften in Beziehung auf Orthographie, Interpunction, äussere Einrichtung u. s. w. macht, da sind diese genau zu beachten, wenn sie auch von den eigenen Ansichten noch so sehr abweichen sollten, indem jedem Schriftsteller das Recht zusteht, seine

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: 3)
  2. ll soll hier für die Ligatur aus doppeltem kleinen L stehen, die durch Markup und Unicode in der Regel nicht darstellbar ist.
  3. Empfohlene Zitierweise:
    Johann Jacob Weber (Hrsg.): Bibliopolisches Jahrbuch für 1841. J. J. Weber, Leipzig 1841, Seite 73. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Bibliopolisches_Jahrbuch_1841.pdf/90&oldid=- (Version vom 31.7.2018)