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Spiegel. Mein Kind, es thut mir leid dafür,

          Daß du so gerne kommst zu mir;
          Ich muß dich zeigen, wie du bist,
          Da dieses meine Art so ist.

Kind. So bleib’ ich lieber fort von dir,

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          Da du so wenig schmeichelst mir.


Spiegel. Mach’s, wie du willst, denn treu und rein
          Und wahrhaft muß ein Spiegel sein.


          32. Die Sterne.

Kind. O wie oft und o wie gerne
          Seh’ ich euch, ihr gold’nen Sterne.
          Möcht’ euch gerne bei mir haben,
          Um mich recht an euch zu laben.

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Sterne. Können nicht so nahe kommen;

          Doch die Guten und die Frommen
          Werden sich zu uns erheben
          Nach dem kurzen Erdenleben.

Kind. Ich will bleiben fromm und gut,

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          Daß der liebe Gott mich thut

          Einst zu euch, ihr gold’nen Sterne,
          Und ihr nicht mehr seid so ferne.


          33. Der Frühling.

Kind. Ich wartete schon lang’ auf dich,
          Es fror mich gar so jämmerlich.
          Willkommen, schöne Frühlingszeit,
          Du bringest Wärme mit und Freud’!

Empfohlene Zitierweise:
Wilhelm August Corrodi: Fünfzig Fabeln und Bilder aus der Jugendwelt. Zürich 1876, Seite 55. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Corrodi-Fabeln_und_Bilder.djvu/55&oldid=- (Version vom 17.8.2016)