Seite:Dämon Rache.pdf/18

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Moschee ihre gefälligen Konturen gen Himmel reckt und kleine Eigenheime eine Gartenstadt vortäuschen.

Harst hatte es seltsamerweise für überflüssig erachtet, daß wir uns etwa maskierten …

„Wenn wir überwacht werden, mein Alter,“ meinte er achselzuckend, „so werden wir dieser Bande doch schwer entgehen. Wenn nicht – desto besser!“

Immerhin sorgten wir dafür, daß sich kein Verfolger an unsere Fersen heften konnte und langten nach einigen Kreuz- und Querfahrten bei der Diva an, die nach meiner Überzeugung mit zu denen gehörte, die ein Interesse daran gehabt, den alten, ehemaligen Kapitän für alle Zeit stumm zu machen. Daß auch der schweigsame Harald ähnlich dachte, ersah ich aus der unauffälligen Tatsache, daß er die entsicherte Clement auf der Treppe in den rechten Jackenärmel schob …

Was ich gleichfalls tat … Also eine Visite mit Aussicht auf allerlei Zwischenfälle.

Lia Manara ließ uns ein, führte uns in einen entzückend phantastischen Salon und suchte mit aller Energie (für einen guten Beobachter leicht zu erkennen) ihre Nervosität niederzukämpfen, die doch mehr Verlegenheit und Unsicherheit war.

Ihre berühmten großen Augen hafteten starr auf Haralds Gesicht. Ich war Nebenfigur. – Die einleitenden Fragen und Antworten waren ohne Belang. Dann bat Harst die Diva, uns das Wandfach zu zeigen. – Wir gingen in Lias Schlafgemach.

Ich hasse überschwängliche Ausdrücke. Aber dieses Schlafgemach war ein Gedicht aus Spitzen, fein abgetönten Farben und zartem Duft …

Lia Manara hob ein kleines Ölgemälde von der Wand. Dahinter zeichneten sich auf der Seidentapete die Umrisse der Tür des eingemauerten Stahlschränkchens ab …

Sagte die Diva leise: „Herr Harst, Gewalt ist nicht angewandt worden … Es muß ein Nachschlüssel benutzt worden sein. Den richtigen Schlüssel hatte ich mit in Borkum. Hier ist er …“

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Dämon Rache. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1926, Seite 18. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:D%C3%A4mon_Rache.pdf/18&oldid=- (Version vom 31.7.2018)