Seite:Das Bergwerk der Abgeschiedenen.pdf/111

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zeigen nicht den gleichen Ausdruck. Die Inder kauern am Boden mit angespannten Muskeln, Haß glüht in den dunklen Augen, die Hände umkrallen die langen, gekrümmten Messer mit den verzierten, altertümlichen Griffen, – – die Tänzerin und der Käpten sind mehr verlegene Zuschauer, versuchen Grimm und Verachtung zu heucheln, und schneiden nur Fratzen, hinter deren Unaufrichtigkeit die Angst sich verbirgt.

… „Mörderin!!“

Der Europäer im halb zerfetzten Tropenanzug ist ein älterer Mann, sein kahler Schädel ist spitz, sein Kinn brutal, die Augen groß und dunkel, – ein stattlicher Mann wäre es, wenn nicht die Todesfurcht seine Glieder schlottern machte.

„… Wenn die Sonne zum zweiten Male aufgeht, stirbst du!“, sagte Ariane hart. „Jahrelang hast du uns betrogen, jahrelang gestohlen, gelogen, geheuchelt …“

Die etwas schwammigen Backen des Angeklagten flatterten in beinahe komischer Weise …

„Du – – du hast kein Recht, mich …“, – seine Kehle versagt, – er muß die Begum von Indra wohl kennen, denn er gibt es auf, seine Phrasen vor ihr hochtrabend hervorzugeifern.

Es ist zwecklos.

Sein Kopf sinkt nach vorn …

Die Frau beugt sich etwas vor.

„Willst du gestehen? Wer waren außer Doktor Ali Achmed und Singh Gapur deine Helfer?“

… Mein Winkel, hinter dem ich an das Gestein geschmiegt kauerte, liegt im Dunkeln. Und mein Gesicht ist so tief gebräunt, mein Kragen und mein Rock aus dem Universalbasar in Buena Vista sind so reinigungsbedürftig, daß ich kaum auffalle.

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Bergwerk der Abgeschiedenen. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1931, Seite 111. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Bergwerk_der_Abgeschiedenen.pdf/111&oldid=3176186 (Version vom 30.6.2018)