Seite:Das Geheimnis des Meeres.pdf/22

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gleich Sinne, Herr Abelsen … – Der Äppelkahn schaukelte also immer weiter südlich, mied die Schiffsroute, blieb auf hoher See und nahm erst am siebenten Tage dieser allgemeinen Besoffenheit und dieses dauernden halben Opiumrausches Kurs auf die Steilküste von Santa Ines, südlichster Teil, dort, wo die Clarence-Insel ein unbenanntes Vorgebirge mit wüsten Klippenmassen in das ohnedies oberfaule Fahrwasser hineinschiebt. Natürlich hatte ick Jrips jenuch im Schädel, nich etwa den alleenigen Nüchternen zu spielen. Ins Jejenteil …! Ick markierte eene richtige unauffällige Durchschnittsbesäuseltheit, ließ jeden Tag den Fraß anbrennen, kochte Kaffee mit Teezusatz und machte ähnliche Scherze. So kam denn also der Abend heran, an dem der „Starost“ dem Clarence-Vorgebirge sich näherte. Als wir dicht vor den Klippen waren, ließ der alte Turido die olle Kaffeemühle von Maschine stoppen, und nachdem das Großboot ausjesetzt war, wurde der „Starost“ vorsichtig über den riffreichen Meeresarm bis zur äußersten Südspitze von Santa Ines geschleppt. Darüber ward es finstere Nacht, und ohne den Scheinwerfer hätten wir nachher kaum die zehn Riesenrohrteile so glatt mit der Dampfwinde auf die Felsen bekommen. Der „Starost“ hatte nämlich an einer Art natürlichem Bollwerk anjelegt, Herr Abelsen, – eine ähnliche Felsterrasse wie hier. Und bei diesem Entladen der Fracht des Äppelkahns stieß mir nun abermals so allerlei auf. Zunächst aber jeben Sie mir bitte noch ein Jlas Maitrank … Ich habe seit Monaten nich so viel jeredet wie heute, denn wenn ich mal mit der aschblonden Tatjana an der Reling so ein bißchen Konversation machte, war immer gleich

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 22. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/22&oldid=- (Version vom 31.7.2018)