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„Das ist ein Indianer,“ rief Allan begeistert. „Auf der Branco-Farm schossen unsere Cowboys nur aufeinander, wenn sie betrunken waren. – Oh, Coy, du bist ein Held!“

Der Held schielte nach der letzten halb geleerten Rumflasche. Aber sein Augenklappern nützte nichts. Ich schob die Buddel unter mein Graskopfpolster, und dann legten wir uns nieder. Coy und Allan waren sehr bald eingeschlafen. Mir ging zu vieles durch den Kopf, als daß ich sofort ins unwirkliche Traumland hätte hinübergleiten können.

Also doch die Turidos! Mich hatten sie wohl verschont, weil ich bewaffnet gewesen. Ob sie mich nun für erledigt hielten? Ob sie hofften, daß Coy als Leiche in den Kanälen treibe, und mich als einzelnen Gegner ohne Brot und Lebensmittel nicht mehr berücksichtigten?!

Und wenn sie in dieser Nacht wiederkehrten?!

Ein einziger Gedanke dieser Art genügt, alle Lebensgeister zu wecken.

Ich richtete mich auf. Das Feuer flackerte bescheiden. Meine Hand tastete nach der Büchse. Im selben Moment hörte ich draußen in den zerklüfteten Randhöhen den ersten tiefen Orgelton des von Coy angesagten Sturmes. Ich lauschte. Ein hohles Pfeifen folgte. Und in fünf Minuten rüttelte der in den Buchtkessel herabstoßende Winddruck derart an dem Fellzelt, daß die Ruder, die Zeltstöcke, sich knarrend aneinander rieben.

Coy erwachte, schaute mich an. Sein bepflastertes Gesicht war ernst.

„Schlechte Platz für Zelt, Mistre …“ flüsterte er mit einem Blick auf den schlummernden Knaben.

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 56. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/56&oldid=- (Version vom 31.7.2018)