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um, weckten Joachim und legten ihm nahe, bis zu unserer Rückkehr zu wachen.

„Wenn’s sein muß … gut …“ – Und er setzte sich vor das Zelt, rauchte und legte den Karabiner neben sich. – Coy hatte jetzt zugegeben, daß er zwei Guanacos als Lasttiere für uns einfangen wolle. „Dann wir nichts brauchen ziehen, Mistre …“ hatte er stolz erklärt, und Joachim hatte ironisch gemeint: „Mein Sohn, die Viecher werden dir kaum den Gefallen tun, sofort Packesel zu spielen … Wilde Guanacos und Packesel – lächerlich!!“

Coy lächelte sehr von oben herab. „Sie schon mal haben gefangen Guanacos, Mistre, – he?! Sie sehen werden, wie Guanacos[1] zahm in eine Stunde … Coy das kennen!“ Und wenn er diese Redensart gebrauchte, so war das gleichsam sein Eid: Es wird so sein wie ich es sage!

Joachim blieb hierauf stumm.

Und Coy und ich schlenderten nach Norden zu davon, erkletterten die Talwand, gelangten auf die Hochebene und bald auch in die Berge. Wie Coy hier nachts die Tiere zu finden gedachte, war mir schleierhaft, zumal doch Näsler das Rudel aus der Nähe verscheucht hatte. Aber ich hütete mich zu fragen. Coy sollte nicht auch an mir den Triumph auskosten, uns Europäern seine Überlegenheit zu beweisen.

Wir kletterten eine Schlucht hinan, aus der ein dünnes Rinnsal hervorkam. Coy stets zehn Schritt voran. Wenn ich einmal einen Stein ins Rollen brachte, und das ließ sich kaum vermeiden, blieb Coy stehen und drohte mir unzweideutig mit der Faust. Wir erreichten ein sanft nach Süden geneigtes, sehr grasreiches Plateau. Wir waren

  1. Vorlage: Guanacas
Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Das Geheimnis des Meeres. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 82. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_Geheimnis_des_Meeres.pdf/82&oldid=3234902 (Version vom 31.7.2018)