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standen, um es kurz zu sagen, auf dem flachen Gipfel eines mächtigen Berges der nach allen Seiten mindestens dreißig Meter tief fast senkrecht abfiel.

Diese Plattform, die höchste Erhebung im weiten Umkreis, hatte die Form eines Fünfecks, eine größte Breite von dreihundert Meter. An den Rändern standen mächtige Felsblöcke wie Zinnen eines Turmes, während gerade in der Mitte der mit Steintrümmern stellenweise dicht besäten Fläche sich eine kraterähnliche Vertiefung befand, in der ganz unten in einer Spalte ein leichter Glanz schimmerte … – Der Spiegel einer Wasseransammlung, die man der schüsselähnlichen Form des weiten Loches zu danken hatte, in dem sich der Regen der Gewitterwolkenbrüche ansammelte und wo er dank der Tiefe des Kraters auch nicht so leicht verdunstete.

Daß die drei Deutschen sofort die Trinkbarkeit des Wassers probierten, braucht nicht weiter gesagt zu werden. Es schmeckte etwas fade, aber dafür war es recht kühl.

Dann setzten sie den Rundgang um das Plateau fort. Dieses war durchaus nicht so unfruchtbar und vegetationslos, wie es auf den ersten Blick schien. Nein – stellenweise fanden sich hier neben Gräsern, Flechten und Moosen sogar Vertreter der Flora der Bergwelt der südlichen Gegenden vor, bescheidene Blumen, niedriges Gestrüpp verkrüppelte Bäumchen und mehrere Knollengewächse, die nicht einmal der orientkundige Ingenieur kannte.

Während Ring gerade eines dieser Knollengewächse aus der verwitterten, erdartigen Schicht des Gesteins herauszog, reinigte und die Knolle säuberte, begann der Doktor mit hochgerecktem Kopf in der Luft zu schnüffeln und sagte dann: „Ich kann mir nicht helfen, es riecht hier nach Gas – nach irgendeinem Naturgas. Der Wind kommt von dort her, von Norden, also muß es da wohl eine Naturgasquelle geben – ein Beweis dafür, daß diese Bergwelt hier einst unter der Einwirkung vulkanischer Gewalten gestanden hat. So nur ist es ja auch zu erklären, daß die Riesenschildkröte in jene Hohlräume dort wie in eine Falle eingeschlossen werden konnte und dann

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Das Rätsel des Dschebel el Dachali. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 26. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Das_R%C3%A4tsel_des_Dschebel_el_Dachali.pdf/27&oldid=- (Version vom 31.7.2018)