Seite:Deß Weltberuffenen Simplicissimi Pralerey und Gepräng mit seinem Teutschen Michel.djvu/116

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Caput XIII.
Daß es nicht jederzeit rathsamb sey / sich mit seinen frembden Sprachen an den Laden zu legen / auch von den allerärgsten Teutschverderbern.

Ich weiß in unserer Nachbarschafft eine Statt / darinnen Burgermeister und Rath über eine wichtige Sach sich berathschlagten / der Stattschreiber (welche Leuth dann zimblich kirr zu werden pflegen / wann sie gleich keine Stimme haben) fieng an / etlichen gelehrten Rathsverwandten seine Meinung ohnbefragt auf Lateinisch zuvernehmen zugeben; aber der Burgermeister / ob er ihn gleich als ein literatus wol verstunde / sagt ihme / er solt das Maul halten / oder teutsch reden; Als sich nun der Stattschreiber beschimpfft zu seyn vermeinte / und sich gegen dem Burgermaister abermal in Latein dises Inhalts entschuldigen wolte / er hoffte nicht unrecht gethan zu haben / weil er und die vornembste Rathsherren ihn ja sowol verstanden / als wann er Teutsch geredet; Antwortet ihm