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einer unserer ersten Besucher im Waldorf-Astoria, und gestern Abend waren wir zum Diner bei ihm.

Sein Haus liegt dicht am Central-Park. Es hat hohe Türme und eine breite Bogen-Loggia, von der aus man in die herbstlich gefärbten Bäume des Parks und auf den fortwährenden Strom der vorbeifahrenden Equipagen blickt. Auf dem mit blitzenden Kupferplatten belegten Dach stehen zwei große Bronzereiter, ähnlich wie die auf dem deutschen Reichstagsgebäude, bei denen man sich auch immer staunend fragt, wie sie wohl da hinaufgeraten sind. Die Haustür ist massiv geschnitzt und entstammt einem alten befestigten Hause bei Golconda; sie ist mit weit vorspringenden eisernen Spitzen versehen, die einst dazu dienten, den Anprall feindlicher Elefantenreiterei aufzuhalten. Durch diese Tür tritt man in eine weite, weißgoldene Halle. Zwei ägyptische Mumienkasten, reich bemalt und vergoldet, mit Deckeln, deren obere Enden Sperberköpfe darstellen, stehen aufrecht, wie Schildwachen zu beiden Seiten einer wunderbaren Malachittreppe, die zu den oberen Stockwerken führt.

Es ist eine weltbekannte Treppe, über die die Lebemänner zweier Kontinente geschritten; führten ihre Stufen doch einst zu jener berühmten Aspasia des zweiten Kaiserreiches, der sie ein russischer

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Elisabeth von Heyking: Briefe, die ihn nicht erreichten. Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin 1903, Seite 48. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Briefe_die_ihn_nicht_erreichten_Heyking_Elisabeth_von.djvu/49&oldid=- (Version vom 31.7.2018)