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Großfürst geschenkt. In der großen débacle, die das Kaiserreich verschlang, verschwand auch jene Dame. Ihr mit Schätzen gefülltes Haus ward während der Belagerung von Paris durch feindliche Kugeln zerlöchert und dann von Kommunarden geplündert. Ein armenischer Antiquar, der mit richtiger Witterung guter Gelegenheiten in Paris in einem Keller versteckt geblieben war, erwarb in jenen Tagen für ein Spottgeld die Malachittreppe, und von ihm hat sie der jetzige Besitzer erstanden.

Gepuderte Diener mit respektablen englischen Gesichtern standen sich auf den Treppenabsätzen stumm gegenüber.

»Als der Herzog von Hardup neulich verkrachte,«  erklärte mir Charles W. O’Doyle, »habe ich nach London telegraphiert und seine ganze Dienerschaft rüberkommen lassen – so war ich doch sicher, Leute zu haben, die in einem anständigen Hause trainiert worden sind.«

O’Doyle ist ein breitschultriger, stämmiger Mann. Sein rotes glattrasiertes Gesicht ist unter dem Kinn bis zu den Ohren von einem kurzen Bart umgeben, der einer Halskrause ähnlich sieht. Große Perlen prangen auf dem Hemde, eine Kette mit allerhand seltenen Berlocks hängt ihm quer über dem Magen. Mit dem spitzen vorspringenden Bauche, über dem sich die breiten haarigen Hände

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Elisabeth von Heyking: Briefe, die ihn nicht erreichten. Verlag von Gebrüder Paetel, Berlin 1903, Seite 49. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Briefe_die_ihn_nicht_erreichten_Heyking_Elisabeth_von.djvu/50&oldid=- (Version vom 31.7.2018)