Seite:De Flügel auf Frapan Ilse.djvu/32

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Fertig. Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle korrekturgelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.

Ist das nicht eine spaßhafte Marotte? Als er fertig war, sprang er mit blitzenden Augen von der Tribüne. Ein paar Beifallsrufe wurden hörbar, aber darauf kam es ihm nicht an, er hatte sich von der Seele gesprochen, was ihn beschäftigte. Er war sogleich umringt von den Bekannten, die ihm Glück wünschten. Im Gedränge vorwärts und dem Ausgang zuschreitend, befand er sich plötzlich neben seiner Wirthin. Er streifte sie und zog den Hut: „Sie hier, Frau Doktorin? Ja, wie kommen Sie denn nun nach Hause?“

„O, ich habe die Kathi mit. Es thut sich schon.“

Iversen war sehr erleichtert, als er die breite Magd hinter ihrer Herrin entdeckte, sie bewegte die in einem ehrwürdigen Umhang eingewickelten Arme wie ein Paar schützende Flügel. Auf ihrem verschlafenen Gesicht erschien ein entschlossener Ausdruck, der Ausdruck einer Schildwache, die man anruft, sowie ihre Frau ihren Namen nannte.

„Kommen Sie gut heim,“ winkte Iversen, dann schlug er sich seitwärts. Zum Glück hatte niemand die wenigen Worte gehört, war niemand auf die unscheinbare Person aufmerksam geworden. Mit alten Frauen mag doch gewiß kein Mann geneckt werden, selbst nicht von den ödesten Gesellen, und in dieser Doktorin wollte man nun durchaus etwas Lächerliches finden.

„Nun, wie hat es Ihnen gestern Abend gefallen?“ fragte er sie den anderen Tag.

Empfohlene Zitierweise:
Ilse Frapan: Flügel auf!. Paetel, Berlin 1895, Seite 24. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Fl%C3%BCgel_auf_Frapan_Ilse.djvu/32&oldid=- (Version vom 19.8.2019)