Seite:De Geschichten aus den vier Winden Dauthendey.djvu/13

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ein ganzes dickes Buch über die Insel Koster zu schreiben. Aber mit dieser kleinen Erzählung hier will ich euch nur den Mund wässerig machen auf dieses Pünktchen am Ende der Welt, auf diese Insel, dieses Kopfkissen aller Seligkeit. Ob das Buch, das ich einmal über diese Insel schreiben will „die Königstöchter von Koster“ heißen soll, oder „die Insel der heiligen Kühe“, oder „wilde Rosen, Wachholder und Urgestein“, oder „die Insel am Ende der Welt“, das weiß ich heute noch nicht genau zu sagen. Die Titel verrate ich aber hier nur deshalb, weil sie andeuten, was dort alles zu finden ist für den, der sich ein Billett nimmt und in zweiundzwanzig Stunden von Berlin hinreist und zweiundzwanzig Jahrtausende in der Zeit zurück, in der Urzeit dort ankommt.

Stellt euch meine Insel vor. Nachdem wir in Südschweden, in Schonen, aus dem Eisenbahnfenster zuerst weite Kornflächen gesehen hatten und grüne Waldzüge, aus denen die herrlichsten Buchen und die stämmigsten Eichen nah am Meer die Luft mit Blätter- und Rindenduft würzen und die reichen Gehöfte dort umwehen, verläßt uns plötzlich die weiche sinnliche Erde. Statt der runden Buchenwälder

Empfohlene Zitierweise:
Max Dauthendey: Geschichten aus den vier Winden. Albert Langen, München 1915, Seite 12. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Geschichten_aus_den_vier_Winden_Dauthendey.djvu/13&oldid=- (Version vom 31.7.2018)