Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn) v 2.djvu/100

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Gräfin. Wie und als was soll er Sie in die Gesellschaft einführen? womit Ihre Existenz sichern?“

„Sie ist gesichert durch das kleine Erbtheil meiner seligen Mutter; und für Tristan - muß der Vater des Kindes sorgen.“

„Der Einfall ist nicht übel! rief Eustach mit bitterm Lachen; Du willst Dich in Berlin amüsiren, und ich soll Tausende verschwenden um Tristan fern von mir bei einer Mutter die mich haßt erziehen zu lassen!“

„So werd' ich selbst für mein Kind sorgen.“

„Ah, das ist aber zum Todtlachen! kennst Du denn Dein glänzendes Vermögen? weißt Du denn wie weit Du mit den Zinsen von 12000 Thalern reichst? – Grade so weit um den türkischen Shawl zu bezahlen, der dort auf dem Sopha als Decke über Deinen schönen Füßen liegt.“

„Wer frei sein will, muß genügsam sein. Ich bin es.“

„Ja! es ist außerordentlich schwer hier in Altdorf genügsam zu sein. In Zukunft wirst Du wie eine Bettlerin leben!“

Ein Blitz vernichtender Verachtung zuckte über Corneliens Stirn, aber sie nahm sich zusammen:

„Ich werde Freiheit und Brot haben, sagte sie,

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Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Zweiter Band. Berlin 1845, Seite 99. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn)_v_2.djvu/100&oldid=3262064 (Version vom 31.7.2018)