Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn) v 2.djvu/162

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schimmern – der unter alle mögliche Arten von Befriedigung grade die nicht rechnete, welche nach Corneliens Ausdruck aus dem Stolz der Genügsamkeit entsprang – dessen Trachten unablässig nach weltlich höheren Sphären drängte, weil Unscheinbarkeit für ihn eins und dasselbe mit Vernichtung war – der mußte allerdings in sich der Eitelkeit Thür und Thor geöfnet haben. Eitelkeit bis zu einem solchen Punkt gesteigert, schließt immer gesammelte Haltung des Characters aus, aber nicht Lebhaftigkeit der Empfindung, Leidenschaftlichkeit des Herzens, und Anmuth und Schmiegsamkeit des Geistes –

woraus eine sehr gewinnende und liebenswürdige Persönlichkeit zusammengesetzt werden kann, besonders wenn ein Interesse bei ihr vorherrscht, welches, wie das Licht aus dem Prisma ein so reiches Farbenspiel hervorlockt, daß man meint die Facetten eines Diamanten zu sehen. So war Leonor, und er lebte wie er war, auf der Oberfläche der Dinge; daher enthusiastisch, begeistert, hingerissen, sobald ihm das Glück lächelte, wie es in den letzten Jahren der Fall gewesen – und verbittert, trübe, muthlos, wie in der Entbehrungszeit seiner ersten Jugend. Jezt sah er die Frau wieder, welche zuerst einen tiefen Eindruck auf ihn gemacht, und ihm zum ersten Mal ihr ganzes Geschlecht im verklären

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Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Zweiter Band. Berlin 1845, Seite 161. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn)_v_2.djvu/162&oldid=3262126 (Version vom 31.7.2018)