Seite:De Zwei Frauen (Hahn-Hahn) v 2.djvu/210

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ließ sie kein Feuer in ihrem Zimmer machen. Bemerkte Elsleben das, so brach unfehlbar ein Donnerwetter aus, das Aurora mit großer Sanftmuth über sich ergehen ließ; denn sie litt ja um des Glaubens willen und wähnte sich eine Märtyrin. Schon in ihrer weltlichen Richtung hatte sie sich immer überschätzt, um wie viel mehr jezt in ihrer religiösen.

Da traf sie ein schwerer Schlag. Ihre Kinder bekamen die Masern und ihr einziger Sohn, der Aelteste, der Liebling starb; kurz darauf auch die jüngste Tochter. Elsleben war außer sich vor Schmerz; er hing mit der größten Zärtlichkeit an den Kindern, er konnte sich nicht trösten um seinen einzigen Sohn. Aurora wollte den Schmerz bekämpfen, nicht zum Bewußtsein kommen lassen, sie rang im Gebet um Ergebung; sie unterdrückte jeden Ausbruch als aufrührerisch gegen den Willen Gottes. Sie rieb sich auf, und fühlte sich mit heimlicher Freude schwach und hinfällig werden. Sie hustete viel; eine fliegende Röthe färbte zuweilen ihre abgemagerten Wangen. Das war in dem Sommer, wo Cornelie stralend von Schönheit und Liebe war.

Aber jezt schien auch Cornelia gebrochen zu sein! Als sie wieder zur Besinnung kam, als Dorothee ihr zögernd sagte Salzmann sei hier im Auftrag des Grafen, und sie glaube der Graf selbst sei in

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Ida von Hahn-Hahn: Zwei Frauen. Zweiter Band. Berlin 1845, Seite 209. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:De_Zwei_Frauen_(Hahn-Hahn)_v_2.djvu/210&oldid=3262174 (Version vom 31.7.2018)