Seite:Der kleine Kundschafter.pdf/18

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auf, man konnte hier in eine raffiniert vorbereitete Falle geraten sein.

Noch fünfzig Meter trennten die Flüchtlinge von der schwimmenden Festung.

Dann – dann war der blonde Trapper seiner Sache gewiß: er hatte soeben festgestellt, daß die von den Hüten beschatteten Gesichter nicht Europäern, sondern Indianern, Apachen gehörten! Nur der graubärtige Mann, den er ebenfalls vorhin bemerkt hatte, war ein Weißer.

Jetzt glaubte die das Flachboot besetzt haltende Schar der roten Piraten sich vollends zeigen zu dürfen. Der Rückweg nach dem Ufer war den Flüchtlingen ja abgeschnitten. Jetzt sprangen hinter den Brustwehren etwa fünfzig Rothäute empor. Ihr gellendes Triumphgeschrei vereinigte sich mit dem des kleineren Trupps, der am Ufer sich verteilt hatte, damit man die verhaßten Gegner lebend in die Hände bekäme.

Felsenherz und Chokariga sahen ein, daß sie den Apachen unter diesen Umständen nicht entgehen könnten. Als das Flachboot jetzt mit Hilfe langer Ruder, die durch Löcher der erhöhten Reling hindurchliefen, näher herangetrieben wurde und als einer der Rothäute, ein hagerer, sehniger Krieger mit zahlreichen Adlerfedern in der Skalplocke, kein anderer als der Oberhäuptling der schnelle Büffel, ihnen zurief, sich zu ergeben, erwiderte Chokariga stolz:

„Die feigen Kröten der Pimos haben nicht gewagt, uns am Lande anzugreifen. Chokariga verachtet sie. Er wird am Marterpfahle zu sterben wissen.“

Das Flachboot war heran.

Mehrere Lassos fielen mit wohlgezieltem Wurf den beiden Westmännern über die Köpfe. Mit brutaler Gewalt zogen die Apachen die Schlingen zu und hißten die Halberwürgten an Bord, wo diese

Empfohlene Zitierweise:
William Käbler: Der kleine Kundschafter. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1922, Seite 17. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_kleine_Kundschafter.pdf/18&oldid=- (Version vom 31.7.2018)