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hier nach Arabien verschlagen hatte, ritt Doktor Pinkemüller, eine kleine, sehnige Gestalt, bekannt als kühner Forscher und vertraut mit dem halben Erdenrund wie mit seiner eigenen Tasche. Daneben trabte ein Wolfshund, ein kräftiges Tier mit feingezeichnetem Kopf; leider zeigte das langhaarige Fell nur allzu viele völlig kahle Stellen, was den Gesamteindruck recht ungünstig beeinflußte.

Doktor Pinkemüller hatte die tröstenden Worte des Chemikers ebenfalls verstanden und sagte jetzt nach einer Weile zu dem kleinen Dicken:

„Bolz, – wollen mir wetten: noch vor Tagesanbruch können Sie sich gehörig satt trinken. Ali Mompo, unser wackerer Somali, und Paul Loring sind gerade die geeignetsten, uns aus dieser üblen Patsche herauszuhelfen.“

Pinkemüller kannte Bolz’ Wettleidenschaft nur zu gut und glaubte ihn durch dieses Angebot etwas aufrütteln zu können. Doch der Kleine, allgemein der rote Knirps (seiner Haarfarbe und Kleinheit wegen) genannt, blieb stumm.

Da ertönte plötzlich von vorn, wo vier Reiter eng nebeneinander sich hielten, ein lauter Ruf:

„Sie kommen – sie kommen!“

Und gleich darauf eine helle, noch etwas knabenhafte Stimme:

„Man merkt’s ihren Tieren an, daß sie Wasser gefunden haben …!“

Der Zug machte halt und zwar auf der Spitze einer langgestreckten Sandwelle, von wo aus man einen weiten Überblick nach allen Seiten hatte, da das Mondlicht im Verein mit den unzähligen Sternen eine Beleuchtung abgab, die der eines Tages bei dunkel bewölbtem Himmel beinahe gleichkam.

Sehr rasch näherten sich die beiden auf Wassersuche ausgeschickten den gespannt ihnen entgegenschauenden Gefährten.

Der vorderste Reiter, ein langaufgeschossener, mit einem Lederanzug bekleideter Knabe von vielleicht fünfzehn Jahren, schwenkte jetzt mit freudigem „Alles in

Empfohlene Zitierweise:
W. Belka: Der versteinerte Wald. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 3. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_versteinerte_Wald.pdf/4&oldid=- (Version vom 31.7.2018)