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2. Kapitel.
Wir kaufen fünf Briefe.

Ein schnittiges Auto sauste zur City, wo in einer düsteren Seitenstraße des Zeitungsviertels die Redaktion des „Allerweltskurier“ sehr bescheiden sich eingenistet hatte. Der Herr Chefredakteur Schwarz verriet schon durch seine äußere Erscheinung, daß er sich ebenso mühsam über Wasser hielt wie sein Blatt.

Die Unterredung währte trotzdem zehn Minuten, denn der Herr verstand sein Geschäft, und erst als Harald einen Scheck über fünfhundert Mark ausgestellt hatte, besann Schwarz sich plötzlich, daß er die Originale der drei Briefe doch nicht verbrannt habe, händigte sie uns aus und bat … um Diskretion wegen seiner Gedächtnisschwäche.

Wir bestiegen unseren Benzinwindhund und gondelten gen Westen, wo Herr Kasimir Baluschewski in einer Mietskaserne möbliert im Hofgebäude in der Mansarde einen Mordsrausch ausschlief, wie seine Wirtin uns zuflüsterte.

Baluschewski wach zu bekommen, war schwer, sehr schwer.

Kasimirs Stube glich einem Schweinestall. Aber er hatte Geld, und Haralds Angebot stieg bis dreihundert Mark, bevor Herr Kasimir uns das beichtete und aushändigte, was er der Polizei vorenthalten hatte. – Diskretion Geldsache ..!

„… Herr Harst, dem Briefe lagen zweihundert Mark bei … Sehr nobel!!“, erklärte dieses Edelgewächs, während Harald das Schreiben überflog und mich mitlesen ließ.

Es lautete: „Geehrter Herr, ich schicke Ihnen eingeschrieben anbei eine Summe, die Ihnen und Ihrer Braut

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Der weiße Maulwurf. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1932, Seite 10. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Der_wei%C3%9Fe_Maulwurf.pdf/10&oldid=- (Version vom 31.7.2018)