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Entdeckung. Als er nämlich zur Bestrafung des frechen Räubers diesem eine elektrische Sprengkugel in den Leib sandte, blieb diese Manipulation ganz ohne Erfolg. Die Glaskugel fand an der weichen Masse zu wenig Reibung und drang, ohne sich zu entladen, durch sie hindurch.

Seitdem ging Richard den schlangenarmigen Geschöpfen sorgsam aus dem Wege. Zu fürchten hatte er sie ja sonst nicht, sie krochen viel zu langsam, und der Lichtkreis, den er um sich verbreitete, zeigte ihm stets ihre Annäherung. Nur schaute er sich jetzt beständig um.




Die rätselhafte Feuerkugel.

Wie Richard einmal so ganz vertieft in der Betrachtung einer Muschel dastand und trotzdem gewohnheitsmäßig scheue Blicke um sich warf, gewahrte er auf einmal in der dunklen Ferne einen leuchtenden Punkt, der schnell näher kam.

Zuerst glaubte Richard, der die Entfernung ja gar nicht taxieren konnte, es sei ein phosphorescierendes Tierchen, oder vielleicht auch eine Qualle, wie er sie bis jetzt hier unten noch nicht gesehen hatte; aber das Ding wurde immer größer und größer, und jetzt war es schon so groß wie ein Suppenteller und rollte mit bedeutender Geschwindigkeit heran. Richard wurde von Furcht befallen, denn nun erkannte er in ihm eine feurige Kugel von einem Meter Durchmesser, die noch immer wuchs und bald eine Höhe von drei Metern erreicht hatte. So raste die Kugel mit der Schnelligkeit eines Eilzuges an Richard vorüber, passierte noch den von seinem Gürtel ausstrahlenden Lichtkreis und verlor sich dann schnell wieder als leuchtender Punkt in der Finsternis.

Fassungslos stand Richard da. Was war das für ein Phänomen gewesen, das sich auf dem Meeresboden mit solcher Geschwindigkeit fortgewälzt hatte? Ein unbekanntes Tier?

Empfohlene Zitierweise:
Robert Kraft: Die Ansiedelung auf dem Meeresgrunde. H. G. Münchmeyer, Dresden (1901), Seite 11. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Ansiedelung_auf_dem_Meeresgrunde.pdf/13&oldid=3271694 (Version vom 31.7.2018)