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fragen, wieviel ihm die Senta Malten, der Filmstar, jährlich kostet und ob er wirklich nebenher noch eine Frau ernähren kann – trotz seiner Millionen!“

Exzellenz ließ die Stickerei sinken …

Schob die Brille hoch …

„Sieglinde, das ist die Sprache der Straße …!!“

„Das ist die Wahrheit, Mama … – Ich bedanke mich bestens für diesen welken Sommer … Ich – brauche Mai, Frühling, Frische!“

„Um Gott, – – woher hast Du diese …“

„Aus mir selbst, Mama. – Entschuldige, daß ich Dich unterbrach. – Die heutige Zeit ist anders als vor zwölf Jahren. Damals hätte niemand Dir voraussagen dürfen, daß Du einmal für Geschäfte Decken sticken würdest und daß Deine Tochter – Klapperschlange spielen müßte … Nehmen wir die Dinge wie sie sind, Mama … Und mit den Redensarten von Dazumal aus Marlittschen Romanen gibt sich niemand mehr ab.“

„Leider – – leider! Damals gab es noch Ideale …“

„Von denen die Hälfte – falsch war …“

„Vielleicht! Immerhin blieb noch die andere Hälfte übrig … Und die genügte, andere Menschen zu erziehen …“

„Ganz recht …“ – Sigi war zerstreut. Ihre Gedanken weilten schon wieder drüben im fünften Stock.[1]

Oh – wenn die Mama geahnt hätte …!

Und – – Sigi lächelte spitzbübisch … –

  1. Vorlage: Scan teilweise unleserlich
Empfohlene Zitierweise:
Walther Kabel: Die Antenne im fünften Stock. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1926, Seite 9. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Antenne_im_f%C3%BCnften_Stock.pdf/9&oldid=- (Version vom 31.7.2018)