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wollte. Auf dem Rückwege dorthin besprachen die Gefährten nochmals eingehend ihre Lage, wobei der stets zuversichtliche Blenkner das Freundespaar Max und Moritz durch den Hinweis in bessere Stimmung zu versetzen suchte, daß vielleicht eine neue Granate ihnen auch wieder einen Ausweg in die Schlucht bahnen würde. Vorläufig müsse man allerdings zusehen, wie man hier unten sein Leben fristen könne.

In das mächtige Mittelgewölbe der Höhle zurückgekehrt, suchte man zunächst einen Lagerplatz aus. Dieser wurde in Gestalt einer von drei großen Gesteinsblöcken gebildeten, dicht am Ufer des Teiches gelegenen kleinen Grotte gefunden, neben der dann auch ein Vorratsraum angelegt wurde, in den man noch in derselben Nacht sämtliche Gegenstände von der ersten Lagerstelle herüberschaffte. Mittlerweile war es drei Uhr morgens geworden, so daß die Gefährten sich nunmehr in ihrer neuen Behausung zur wohlverdienten Ruhe niederlegten.

Als erster wachte der dicke, stets hungrige Plautsack wieder auf, schaltete seine Taschenlampe ein und schaute nach der Uhr. Sie zeigte auf zehn. Mithin war es draußen schon längst heller Tag. Leise erhob der kleine Musketier sich, um die noch fest schlafenden Gefährten nicht aufzuwecken, nahm eine der Acetylenlaternen und begab sich an das Ufer des kleinen Sees, um nach Fischen auszuspähen. Das Wasser war durchsichtig klar, kühl und schmeckte sehr weich, – etwa wie Regenwasser. Der Boden der vielleicht dreihundert Meter im Durchmesser großen Wasseransammlung senkte sich allmählich nach der Mitte zu, war zumeist eben und hier und da mit einem Überzuge von langen, faserigen Pflanzen bedeckt, den sogenannten

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W. Belka: Die Höhlen von Saint-Pierre. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1916, Seite 31. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_H%C3%B6hlen_von_Saint-Pierre.pdf/32&oldid=- (Version vom 31.7.2018)