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12. Kapitel.
Auf dem Gipfel.

Sie lehnte gesenkten Hauptes am Schreibtisch, auf dem ihre Bücher und Papiere lagen. Sie beschäftigte sich sehr viel mit wissenschaftlichen Dingen, sie war für eine Frau, die nebenbei so viel echtes Abenteurerblut in den Adern hatte, außerordentlich belesen und eigentlich auf jedem Gebiet erfahren.

Mit halb geschlossen Augen lauschte sie dem bedrohlichen Lärmen der Paviane, aber in ihren Zügen trat dann immer deutlicher eine gewisse Ratlosigkeit hervor, bis sie leise und mehr zu sich selbst sagte:

„Patumengi gibt mir immer neue Rätsel auf. Er war, als er noch jung war, des Kaisers Theodorus geheimer Sendbote, sein Vertrauter, zugleich so eine Art Hofnarr …“

Dann schaute sie mich an – vielleicht etwas verlegen:

„Sie werden vorsichtig sein, mein Freund … Ich bitte Sie darum … Obwohl Patumengi nie etwas verspricht, was er nicht halten kann.“

Ihre Sorge um mich entsprang einer heißeren Quelle als nur der einer kurzen Freundschaft. Mary Marlon war nicht ohne Grund eifersüchtig.

Empfohlene Zitierweise:
Max Schraut: Die Herrin der Unterwelt. Verlag moderner Lektüre G.m.b.H., Berlin 1930, Seite 157. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Herrin_der_Unterwelt.pdf/158&oldid=3298759 (Version vom 31.7.2018)