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kam. Die Frau des Bauers hatte nämlich das Geld heimlich aus den Fässern geleert, dafür Sand hineingefüllt und hiedurch den Beweis geliefert, daß in Schwaben auch gescheidte Leute zu finden sind.

(B. B.)


16. Das Bild am Martinsthor.

Der Wind blies durch die dürre Haid
So schneidend und so kalt,
Er trieb die Flocken vor sich her
Durch Stoppelfeld und Wald.

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Im Eise starrt der schnelle Bach,

Im Schnee lag still der Haas,
Der Rabe flog mit heißerm Schrei,
Auf menschenleerer Straß.

Drei Reiter sprengten leichten Muths

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Wohl durch den Schnee und Wind,

Die Reiter hatten warmes Blut,
Ihr Roß, das lief geschwind.

Sie ritten durch das rauhe Feld,
Und über’s Eis so glatt,

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Sie ritten vor das hohe Thor,

Von Amiens der Stadt.

„Ach Reiter, liebe Reiter mein,
Wie bläs’t der Wind so kalt,
Ach haltet doch ihr Reiter ein,

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Wie bin ich schwach und alt.“


Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Schreiber: Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau. Franz Xaver Wrangler, Freiburg 1867, Seite 28. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Volkssagen_der_Stadt_Freiburg_im_Breisgau.djvu/34&oldid=- (Version vom 31.7.2018)