Seite:Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau.djvu/53

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Das Trinken geht zu Ende,

70
Da kommt der Zwerge kleiner Hauf’,

Der sezet ganz behende
Die goldnen Kegel auf.

Die Kegel umzuschieben,
Schiebt jetzt der Geist die ganze Nacht,

75
Es schieben ihrer Sieben,

Der Kegel fallen acht.

Der Neunte, der bleibt stehen,
Und wenn der letzt’ gefallen wär’,
So dürfte nicht mehr gehen

80
Der Kegelgeist umher.


So aber muß er wallen,
Bis er sie trifft auf einen Schuß,
Bis alle Neune fallen,
Er Geister gehen muß.

85
Und kommt der Nächte Dunkel,

So fährt er aus dem Geisterschloß
Mit hellem Kerzgefunkel
In feuriger Caroß.

Er kegelt oft und lange,

90
Und wenn der Morgen dämmernd graut,

Da wird ihm gar so bange,
Wenn er den Neunten schaut.

Dann zieht er fort mit Klagen,
Da heults hinab zum Waldeshaus

95
Mit Rossen und mit Wagen,

Das Kegelspiel ist aus.

Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Schreiber: Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau. Franz Xaver Wrangler, Freiburg 1867, Seite 47. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Volkssagen_der_Stadt_Freiburg_im_Breisgau.djvu/53&oldid=- (Version vom 31.7.2018)