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Ein Feuerflor umhüllt

30
Des Westens dunstig Bild,

Und die verklärten Reih’n
Der Berge über’m Rhein.

Mein Auge folgt dem Strom
Hinab zu Straßburgs Dom;

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Doch was es dort erreicht,

Nur Nebelbildern gleicht.

Wie jetzt des Abends Blut
Durchströmt der Sonne Gluth!
Es dringt in ros’gen Schein

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Mit seinem Purpur ein.


Im Osten laßt mich schau’n,
Der Berge dunkles Blau’n;
Des Feldbergs weißen Schlei’r
Und finstres Burggemäu’r!

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Die Hauptstadt dort im Gau

Mit ihrem Wunderbau,
Dort des Erbauers Thurm
Ergraut im Zeitensturm!

Ein goldnes Wölkchen schwebt,

50
Wo er sich stolz erhebt,

Der hohen Zinne Kranz
Berührt der letzte Glanz.

Er lischt. Der Schatten fallt,
In wachsender Gestalt

55
Des Kirchleins, auf den Schmelz

Der Matten an der Elz.

Empfohlene Zitierweise:
Heinrich Schreiber: Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau. Franz Xaver Wrangler, Freiburg 1867, Seite 77. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_Volkssagen_der_Stadt_Freiburg_im_Breisgau.djvu/83&oldid=3302102 (Version vom 31.7.2018)