Seite:Die araner mundart.djvu/56

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sl̄aince (neben sl̄āncə) „gesundheit“, mir. slánti slainte; sainc „habsucht“, air. sant; mail (vgl. II 286, 14) „verzug“, Keat. maill.

§ 84. ai vertritt älteres a e oder ē vor palatalisiertem r in aiŕjə „höhe“ (vgl. II 254, 29), mir. arde; kaiŕȷ „gewerbe, handel“ (vgl. II 278, 6), mir. cerd (vgl. hinsichtlich des k statt ȷilōg etc. § 4, s. 5); aiŕī (neben aiŕə vgl. II 252, 25) „aufstehn, sich erheben“; air. éirge érge; aiŕīm „erhebe mich, stehe auf“, mir. érigim, éirgim.

§ 85. Vereinzelte fälle anderen ursprungs sind bĭaiəx „tier“ zu air. bethu (vgl. II 263, 20) und kaiŕ „stuhl“ (neben kahŕ̥ kahīŕ), mir. cathair, lat. cathedra.

2. au.

Der durch au bezeichnete diphthong entspricht dem im deutschen „haus“ vorliegenden (vgl. Vietor § 48). Hinsichtlich der herkunft des au sind 4 fälle zu unterscheiden.

§ 87. au vertritt älteres a o oder aus e entstandenes ȧ mit folgendem stimmhaften bilabialen reibelaut. Beispiele sind: auən (§ 4 und II 251, 15) „fluss“, air. abann; dauəx „fass“ (vgl. § 4 und II 251, 16), mir. dabach; ȷauəl „teufel“ (vgl. § 4), air. diabul; gauəl (neben gaul) „gabel“ (vgl. § 4), dazu gaulōg, air. gabul; gauər (neben gaur) „ziege, ziegenbock“ (vgl. § 4), air. gabor; gauĭm gōĭm „nehme, empfange, greife“, air. gabaim; l̄aurīm „spreche“, mir. labraim, air. labrur; slaurə „kette“ (vgl. II 290, 37), air. slabrad; raumr̥ raudr̥ „wir (sie) waren“, mir. rabamar rabator; gau „schmied“ (vgl. §4), air. goba; l̄auə l̄au „verfaulen“ (vgl. § 4), wozu l̄auĭm „verfaule“ (vgl. § 4), air. lobad; ĺauər „buch“ (vgl. § 4), air. lebor; mĭaurəx „intelligent“ zu air. mebuir; jau fut. zu fāĭm „finde, bekomme“, mir. fogebad.

§ 88. au vertritt älteres a, o oder aus e entstandenes ȧ mit folgendem (m geschriebenen) nasalierten stimmhaften reibelaute. Beispiele sind: sauəl (neben savl̥) „ähnlich“, air. samail, dauən „welt“ (vgl. § 4 und II 251, 16), air. domun; dauən „tiefe“ (vgl. §4), air. domain; ḱĺaunəs „verlobung“, cleamhnas; rauər „fett“ (vgl. § 4), wozu raurū und raurīm, mir. remor; šĺauən „glatt“ (vgl. § 4), air. slemon.

Empfohlene Zitierweise:
Franz Nikolaus Finck: Die araner mundart. N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1899, Seite 40. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_araner_mundart.djvu/56&oldid=- (Version vom 31.7.2018)