Seite:Die araner mundart.djvu/60

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal korrekturgelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
– 44 –

air. bendacht, lat. benedictio; bæn „frau“, air. ben; bȧrt „bündel“, mir. bert; bǡrnə „bresche“, mir. berna; beŕĭm „trage“, air. berim; bēl „mund“, air. bél; bi „welt“, air. bith; bĭøg „klein“, air. becc; blā „blute“, mir. bláth; bliən „jahr“, air. bliadain; bod „männliches glied“, mir. bott; bog „sanft“, mir. bocc; boxt „arm“, mir. bocht; brōg „schuh“, mir. brócc, anord. brókr, aengl. bróc; bŕȧk „gefleckt“, mir. brecc; bŭī „gelb“, mir. buide; gob „schnabel“, mir. gop; kabəŕə „schwätzer“, mengl. gabben; kablērə „flickschuster“, engl. cobbler; kōrbə „nachfolger im kirchenamte“, air. comorbe; ĺȧbə „bett“, mir. lepaid lepad (die nebenform ĺȧpə ist alte genitivform, mir. leptha); rybl̥ „schwanz“, mir. erball.

§ 101. Wortanlautendes b nach ər, ə, „unser“, vr̥, wr̥, ər, „euer“, ə „ihr“ [eorum, earum], šȧxt „sieben“, oxt „acht“, n̄ȳ „neun“, ȷe „zehn“, „wo?“, ə „in“, „dass“, n̄ax „dass nicht, und nicht“, dā ʒā „wenn“, nach der fragepartikel ən, nach dem im dativ stehenden relativpronomen sowie nach dem artikel im dat. sing. und gen. plur. entspricht einem in anderen fällen erscheinenden p. Beispiele sind: ə ŋlakə myȷ ər bāī əńú? „Werden wir heute unseren lohn bekommen?“ [bāī aus pāī], tā šib n‑ə bȧkī „Ihr seid sünder“ [bȧkī aus pȧkī]; hugədr̥ iəsəxt ə bīkī ʒm̥ „Sie haben mir ihre gabeln geliehen“ [bīkī aus pīkī] tā šȧxt bunt agəd orm̥ „Ich schulde dir sieben pfund“ [bunt aus punt]; ḱē vēd ē? oxt bīnə ȷēg „Was kostet das? Anderthalb schilling“ [bīnə aus pīnə]; n̄ȳ bīnə, ȷe bīnə „ninepence, tenpence“; tā šē n‑ə xūnī ə bāris nə fræŋkə „Er wohnt in Paris“; ȷerĭm lȧt, gə bȧkīn̄ tū, lē šin ə jīnə „Ich sage dir, dass du durch diese handlung eine sünde auf dich ladest“ [bȧkīn̄ aus pȧkīn̄]; ə bȧkīn̄ myȷ lē šin ə jīnə? „Ist das eine sünde?“; ńīl ēn wlas eŕ ə bŕiāl „Die sauce hat keinen geschmack“ [bŕiāl aus pŕiāl; vgl. II 255, 30].

§ 102. In bitālcə „branntwein“ aus mir. bitáill, afranz. vitaille, lat. victualia, ist b wohl dadurch entstanden, dass v für die sogenannte aspirierte form gehalten wurde (vgl. den 2. abschnitt dieses teils), und dass man dann eine entsprechende grundform ergänzte. In einigen lehnwörtern aus dem lateini-

Empfohlene Zitierweise:

Franz Nikolaus Finck: Die araner mundart. N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1899, Seite 44. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_araner_mundart.djvu/60&oldid=2746922 (Version vom 6.5.2016)