Seite:Die araner mundart.djvu/83

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vor, und zwar nur da, wo ihm früher ein gutturaler vokal folgte, wie in āwul āwl̥ „glücklich“, aghmbal; əwā́n „nur“, mir. amáin; ĺīnwr̥ „zahlreich“, mir. línmar; n̄āwəȷ „feind“, air. náma náme; skawōgī „lungen“, sgamhóga, O’R., zu mir. scaman.

§ 172. Wortanlautendes w nach ər ə r̥ „unser“, vr̥ wr̥ ər ə „euer“, ə „ihr“ [eorum, earum], šȧxt „sieben“, oxt „acht“, n̄ȳ „neun“, ȷe „zehn“, kā? „wo?“, ə „in“, „dass“, n̄ax „dass nicht, und nicht“, dā ʒā „wenn“, nach den fragepartikeln ən, n̄ax, dem im dativ stehenden relativpronomen sowie nach dem artikel im dat. sing. und gen. plur. vertritt ein in anderen fällen erscheinendes f mit gutturo-labialem gleitlaute oder folgendem r oder einem l, dem ein gutturaler vokal folgt oder einst folgte. Beispiele sind: əs rī-he ə wil „Sie sind sehr heissblütig“ [wil aus fŭil „blut“, air. fuil]; oxt wińōgī „acht fenster“ zu fŭińōg; kā wil də væn? „Wo ist deine frau?“ [wil aus fŭil zu tāĭm]; ə wad „fern“ zu fad; tā sūl ām, gə wai mē mə huərəstl̥ əmā́rəx „Ich hoffe morgen meinen lohn zu erhalten“ [wai aus fai, fut. zu fāĭm]; ə wakə tū n bād? „Hast du das boot gesehn?“ [wakə aus fakə zu çīm]; sə wūvr̥ „im herbst“ zu fūvr̥ fōvr̥; eŕ ə wȧŕəǵə „auf dem meere“ zu fŭȧŕəǵə.

§ 173. Wortanlautendes w nach „mein“, „dein“, ə „sein“, ilə ylə „jeder“, çēd „erster“, ēn „ein“, dā ʒā, „zwei“, nach den präpositionen gə, ə (= do de), eŕ, eȷŕ, ō, har, hŕī, fȳ, der vokativpartikel ə, den zahlwörtern cŕī, çeŕə, xūǵ, šē (še), falls dem substantiv noch ein zahlwort folgt, in substantiven nach dem artikel im nom. sing. fem., gen. sing. masc., dat. sing. masc. oder fem., im gen. sing. von eigennamen, denen ein gattungsname unmittelbar vorausgeht, im zweiten glied eines kompositums, in adjektiven im gen. sing. masc., vok. sing. masc. oder fem., im nom. und vok. plur. masc. oder fem. nach konsonantisch auslautendem substantivum, im ganzen singularis des einem weiblichen substantiv folgenden attributiven adjektivs, nach bə, b, dem perf., fut., imperf. und kond. von is „ist“, nach den durch verschmelzung mit dem perfekt von is entstandenen formen ər, ńīr, n̄ar, gr̥, dār, in aktiven verben nach den partikeln (d, ȷ, ə), dār, n̄ar (vgl. II 287, 13), ər (r,

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Empfohlene Zitierweise:
Franz Nikolaus Finck: Die araner mundart. N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1899, Seite 67. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_araner_mundart.djvu/83&oldid=3303324 (Version vom 31.7.2018)