Seite:Die araner mundart.djvu/95

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ein gattungsname unmittelbar vorausgeht, im zweiten glied eines kompositums, in adjektiven im gen. sing. masc., voc. sing. masc. oder fem., im nom. und voc. plur. masc. oder fem. nach konsonantisch auslautendem substantiv, im ganzen sing. des einem weiblichen substantiv folgenden attributiven adjektivs, nach bə, b, dem perf., fut., imperf. und kond. von is „ist“, nach den durch verschmelzung mit dem perfekt von is entstandenen formen ər, ńīr, n̄ar, gr̥, dār, in aktiven verben nach den partikeln (d, ȷ, ə), dār, n̄ar (vgl. II 287, 13), ər (r̥, ə), ńīr (vgl. II 288, 1), gr̥, sowie nach ńī „nicht“ und „wenn“ vertritt ein in anderen fällen gebrauchtes p.

§ 203. Beispiele für ein nach § 202 mit p welchselndes f sind: ə ŋlakə mē mə fāī əńú? „Werde ich heute gelöhnt werden?“ [fāī aus pāī]; kiŕ də fōkə ē! „Stecke es in deine tasche!“ [fōkə aus pōkə]; ə fāšcə „sein kind“ zu pāšcə; ńīl ēn flē eǵə lē ēn n̄inə „Er hat gar keinen verkehr“ [flē aus plē; n̄inə aus dinə durch assimilation an das vorausgehende n]; ən çēd fȧkə „die erste sünde“ zu pȧkə; ʒā fīn „twopence“ zu pīn; ən fiən „der schmerz“ zu piən; ə fȧdŕ̥, dūn n̥ dorəs, mā š ē də hiĺ ē! „Peter, schliesse bitte die thür!“ [fȧdŕ̥ zu pȧdr̥]; n̄ar fȧkə šē gə mōr lē šin ə jīnə? „Hat er nicht durch diese handlung eine schwere sünde auf sich geladen?“ [fȧkə aus pȧkə zu pȧkīm]; is mŭȧ leš lē ē fresāl „Er liebt es, sich bitten zu lassen“ [fresāl aus presāl]; kō-frinsə „kronprinz“ zu prinsə.

§ 204. Wortinlautendes f geht, abgesehn von lehnwörtern wie den § 200 erwähnten, auf einen älteren, im air. und mir. durch m oder b dargestellten stimmhaften reibelaut in verbindung mit einem den stimmton beseitigenden h zurück, z. b. in ȧfēl ȧfēr „bedauern“ (vgl. II 256, 10 ff.), aithmhéal zu mir. méla, wozu auch ȧfēləx „bedauernd“, ȷefŕ̥ „eile“, mir. deithbhireach (O’Cl.), air. dethbir dedbir; gȳfr̥ „windig“, gaothmhar, O’R. zu , sowie im fut. kond. und partiz. perf. pass. der verba, deren stamm auf v auslautet, wie n̄ȳfəd „ich werde heiligen“, n̄ȳfń̥ „ich würde heiligen“, gə n̄ȳfr̥ „es werde geheiligt“, n̄ȳfə „geheiligt“ zu n̄ȳvĭm „heilige“, šḱŕīfə p. p. p. zu šḱŕīvĭm „schreibe“.

Empfohlene Zitierweise:

Franz Nikolaus Finck: Die araner mundart. N. G. Elwert’sche Verlagsbuchhandlung, Marburg 1899, Seite 79. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_araner_mundart.djvu/95&oldid=2746961 (Version vom 6.5.2016)