Seite:Die indischen Eskimos.pdf/26

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ist, man schon eine angenehme Wärme zu verspüren glaubt.

Die Fettlampe rauchte sehr stark. Alles überzog sich mit einer dicken Schicht Ruß. Aber das machte nichts. Wenn es nur warm war! So wurden die indischen Eingeborenen, deren braune Haut bereits wie schwarz angelaufener Speck glänzte, den Eskimos immer ähnlicher.

Bei den Malangos zeigte sich endlich Sorge nach Frau und Kind. Daher beschloß Richard, als er seine Schützlinge gesichert wußte, die Familien nachzuholen. Begleiten durfte ihn niemand auf dem Wege zu ihnen, die Zurückbleibenden sollten einstweilen eine zweite Schneehütte aufführen.

Richard fand die Frauen und Kinder noch in der heißen Grotte. Sie mochten wohl niedergeschlagen gewesen sein, aber ihre trübe Stimmung war sofort vorbei, als sie hörten, daß die Männer noch am Leben seien und auf sie warteten. Die Frauen hatten sich von ganz allein etwas acclimatisiert. Als das in der Grotte befindliche Fleisch verdarb, hatten sie sich in ihren Pelzkostümen hinausgewagt und neue Vorräte herbeigeschafft.

Mit ihnen trat Richard nun den Rückweg an, nachdem er ihnen jedoch vorher erklärt hatte, daß sie hier in der Grotte so wie so nicht bleiben könnten, weil die warme Quelle nach und nach erkalten würde. Dasselbe wiederholte er dann später den Männern, indem er ihnen außerdem noch etwas von erzürnten Geistern erzählte. Es kam ihm ja darauf an, die neuen Eskimos von dem Betreten der warmen Grotte abzuhalten. Am besten war es schon, wenn sie dieselbe ganz vergaßen, oder wenn ihre Kinder sie nur als Heiligtum betrachteten. Richard, der sich schon für den letzten seines Geschlechtes hielt, wollte nämlich die Grotte, in der sich die Indier nur verweichlicht hätten, für sich allein reservieren.

Die Zurückgebliebenen hatten unterdessen nach seinen Anweisungen und zu seiner Zufriedenheit eine zweite Schneehütte gebaut, in der nun die Familien untergebracht wurden. Einige Tage blieb Richard noch bei ihnen, bis er ganz sicher

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Robert Kraft: Die indischen Eskimos. H. G. Münchmeyer, Dresden (1901), Seite 24. Digitale Volltext-Ausgabe bei Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=Seite:Die_indischen_Eskimos.pdf/26&oldid=3303645 (Version vom 31.7.2018)